Was Sie Ihren Freunden nie erzählen sollten

Was Sie Ihren Freunden nie erzählen sollten: Mann mit zugezipptem Mund
Außergewöhnliche Lebensereignisse zu erzählen, kann Freundschaften belasten. (Nomad_Soul - Fotolia.com)
Im letzten Urlaub waren Sie alleine im Himalaya wandern, und brennen darauf, ihren Freunden davon zu erzählen? Das sollten Sie nicht tun, warnen US-Amerikanische Forscher.

Laut einer Studie befassen sich Menschen am liebsten mit Ereignissen, die sie verbindet, nicht mit solchen, die ein Gruppenmitglied alleine erlebt hat. Wenn Sie von außergewöhnlichen Erfahrungen erzählen, wie einem besonderen Urlaub oder ein Besuch in einem luxuriösen Restaurant, kann das auf andere abschreckend wirken und als "Angeben" empfunden werden. Da die Gruppe als Kollektiv nicht auf die gleichen Ereignisse zurückgreifen kann, wird das Mitglied, das sie erlebt hat, unbewusst ausgegrenzt. Menschen sind äußert schlecht darin, die negativen Auswirkungen ihres Angebens abzuschätzen - denn langfristig fühlen sie sich schlechter als ihre langweiligen Mitmenschen.

Positive Erlebnisse verschweigen?

Um zu erforschen, welche Auswirkungen das Teilen von einzigartigen, genussbringenden Erfahrungen auf andere hat, ließen der Psychologe Gus Cooney und sein Team 68 Versuchsteilnehmer Filme ansehen und anschließend darüber sprechen. Vor dem Versuchsstart waren Menschen gebeten worden, einige Filme je nach Qualität und Spannung mit "gut" bzw. "schlecht" zu bewerten.

Dazu wurden die Filmseher in Vierergruppen eingeteilt:

  • 3 von 4: Jeweils 3 davon sahen einen eher schlechten Film
  • 1 von 4: Jeweils einer sah einen besonders guten Film

Anschließend wurden sie zusammengeführt und gebeten, sich über den Film zu unterhalten. Dabei stellte die Person, die den guten Film gesehen hatte, fest, dass sie in eine Außenseiterrolle gedrängt wurde. Denn Menschen unterhalten sich lieber über mittelmäßige oder sogar negative Ereignisse, die sie aber verbindet, als über positive Ereignisse, die nur eine Person erlebt hat. Außergewöhnliches zu teilen ist daher nicht immer vorteilhaft.

Social Media lädt zum Angeben ein

Gerade in Zeiten von Social Media könnten diese Studienergebnisse relevant sein. Denn Posts fordern geradezu dazu auf, besondere Erlebnisse zu teilen, und nicht in erster Linie alltägliche. Auf Social Media Plattformen möchte sich schließlich jeder in seinem besten Licht zeigen, und sein Leben als außergewöhnlich darstellen, um sich von der Masse abzuheben. Dieses Verhalten könnte jedoch Freundschaften im echten Leben belasten.

In Befragungen stellten die Forscher fest, dass Menschen sehr genau die positiven Auswirkungen von besonderen Lebenserfahrungen einschätzen. Sie wissen also, wie gut sie sich selbst im Anschluss fühlen werden. Die Konsequenzen auf ihr Sozialleben durch das Berichten des Erlebten werden jedoch meist völlig falsch eingeschätzt.

Kollektive soziale Erfahrungen

Um eine Gruppe zusammen zu halten, muss sie nicht exakt denselben "langweiligen" Alltag haben und anschließend darüber reden. Es geht mehr um einen ähnlichen Erfahrungshorizont, der auch medial Erlebtes einschließt. Treffen Sie eine prominente Persönlichkeit, könnten Sie das eventuell durchaus erzählen – da sich andere indirekt ebenfalls mit dieser Person identifizieren, die sie aus dem Fernsehen "kennen".

Erleben alle Mitglieder einer Gruppe regelmäßig Besonderes, könnte dies das Level heben, ab dem etwas als "außergewöhnlich" eingestuft wird. Beim "Angeben" geht es also vor allem darum, mit viel Taktgefühl einzuschätzen, welche Berichte andere Menschen auf die Mängel in ihrem eigenen Leben hinweisen könnten.

Quellen

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