Mit fremdem Stuhl gegen Darminfektionen

Mit fremdem Stuhl gegen Darminfektionen
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Bei chronischen Darminfektionen wendet die Uniklinik in Graz eine ungewöhnliche Therapiemethode an: Fremder Stuhl wird in den Dickdarm des Patienten eingeführt.

Dadurch kommt es zu einer Neubesiedlung mit gesunden Darmbakterien. Bei wiederkehrendem Durchfall und Bauchkrämpfen fehlt häufig ein förderliches Bakterienmilieu im Dickdarm. Dadurch haben Infektionen leichtes Spiel. Patienten, die sich einer Stuhltransplantation unterziehen, haben oft schon einen langen, erfolglosen Behandlungsweg hinter sich. Deshalb sind viele von ihnen bereit, die Fremdstuhl-Therapie auszuprobieren. Und diese zeigt Erfolg: Eine Besserung ist meist innerhalb weniger Wochen zu bemerken und hält langfristig an.

So funktioniert die Stuhltransplantation

Bei der Stuhltransplantation handelt es sich um einen einmaligen Eingriff. Der fremde Stuhl - häufig von einer nahe stehenden Person gespendet - wird mit Wasser und Kochsalz verdünnt. Anschließend wird er über ein Endoskop in den Dickdarm eingeführt und dort platziert. Die Darmbakterien, die im Fremdstuhl enthalten sind, siedeln sich im erkrankten Darm an und vermehren sich dort.

Über 100 Patienten erfolgreich mit Fremdstuhl behandelt

An die 120 Patienten wurden in den vergangenen 4 Jahren an der Universitätsklinik in Graz mit einer Stuhltransplantation behandelt. Vorbehalte haben die wenigsten Patienten: Viele von ihnen haben davor herkömmliche Ansätze wie eine Kortisontherapie versucht, und sogar über eine Entfernung des Darms nachgedacht. Die Behandlung mit Fremdstuhl ist nebenwirkungsarm und hat eine Erfolgsquote von über 90 %. Menschen mit einer chronischen Darmerkrankung können dadurch eine neue Lebensqualität genießen.

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Quellen

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