Trendsport Freeletics

Mann und Frau machen Liegestütze im Freien
Trainieren mit eigenem Körpergewicht - -möglichst schnell, möglichst anstrengend, das ist typisch für Freelectics. (Kzenon - Fotolia.com)

Das Fitnessprogramm Freeletics verspricht einen schlanken, muskulösen Körper innerhalb kürzester Zeit. Dieses Ziel soll durch einen individualisierten Trainingsplan erreicht werden.

Er besteht aus hochintensiven Kraftübungen und Laufeinheiten, die sehr anstrengend sind und möglichst schnell durchzuführen sind. Es wird dabei ausschließlich mit eigenem Körpergewicht trainiert (z.B. Sit-ups, Liegestütz, Strecksprünge). Bis auf wenige Ausnahmen wird kein Equipment, wie Gewichte oder Geräte, benötigt. Der personalisierte Trainingsplan kann jederzeit online abgerufen werden.

Übersicht

Freelectis: Trainingsmethode mit Haken

Das Training, das über Videos angeleitet wird, ist weder an bestimmte Zeiten noch Orte gebunden und kann selbst bei vielbeschäftigten Menschen ideal in den Alltag integriert werden.

Der Nachteil der Trainingsmethode: Es ist kein Fitnesstrainer vor Ort, der die Bewegungsabläufe erklärt und korrigiert. Somit ist die Fehleranfälligkeit, die Gefahr der Überlastung und damit auch das Verletzungsrisiko relativ hoch - da der Sportler den Körper in dieser Extremsituation (schneller, sehr anstrengender Ablauf) nach einiger Trainingszeit nicht mehr vollkommen unter Kontrolle hat.

Freeletics: Der Trainingseinstieg

Der Trainingseinstieg ist einfach und unkompliziert. Eine limitierte Anzahl an Workouts ist für jeden Interessenten kostenlos auf der Freeletics-Website und über eine spezielle App zugänglich. Das kostenpflichtige gesamte Trainingsprogramm ist nur für angemeldete Nutzer erhältlich und wird anhand der Angabe von Geschlecht, Körpergröße, Gewicht, Fitnessgrad und den persönlichen Zielen automatisch durch ein Computerprogramm erstellt. Ausgehend von diesen Informationen generiert der digitale "Coach" wöchentlich neue Trainingsanweisungen.

Es ist empfehlenswert, sich vor dem Start des Trainings von einem Arzt durchuntersuchen zu lassen, um sicher zu gehen, dass die hohe Belastung den Körper nicht überfordert.

Wie läuft das Freeletics-Training ab?

Je nach persönlichen Zielen und Verfügbarkeiten wird an 3 bis 5 Tagen pro Woche trainiert. Die Dauer der Trainingseinheiten variiert zwischen 15 und 45 Minuten. Die Workouts, die alle nach Figuren aus der griechischen Mythologie benannt sind, bestehen aus verschiedenen Übungen in einer vorgegebenen Reihenfolge und auch die Anzahl der Wiederholungen ist genau festgeschrieben.

Wöchentlich werden der Trainingsumfang und die -intensität an die persönlichen Leistungen angepasst. Zu diesem Zweck werden die Trainingsresultate auf der Website oder der App eingetragen und der Sportler kann ebenfalls Feedback dazu geben (z.B. das Training war in dieser Woche besonders hart oder leicht). Diese Rückmeldungen werden über das Computerprogramm analysiert und infolgedessen wird der Trainingsplan kontinuierlich individualisiert.

Die im Trainingsprogramm enthaltenen Übungen werden in Video-Tutorials erklärt. Unter den Übungen finden sich beispielsweise auch altbewährte Kniebeugen, Liegenstütze und Sit-ups. Insgesamt werden jedoch über 700 Trainingsvariationen angeboten, die fast alle ohne Geräte und Gewichte, also nur mit dem eigenen Körpergewicht, ausgeführt werden.

Freeletics: Was wird benötigt?

Die einzigen 3 Komponenten, die für ausgesuchte Trainingseinheiten benötigt werden, sind

  • eine Klimmzugstange
  • eine Wand und
  • eine Laufstrecke

Für diese Einheiten bietet sich ein Training in Parks, Fitnessstudios oder auf Sportplätzen an - sonst kann das Workout auch problemlos zu Hause durchgeführt werden.

Neben den Laufeinheiten zählt auch bei den Workouts nicht nur die korrekte Ausführung, sondern die Schnelligkeit. Je rascher die einzelnen Aufgaben erledigt werden, desto besser. Das Hauptziel ist es, die Workouts nach und nach in einer immer kürzeren Zeitspanne zu absolvieren und damit die persönliche Bestzeit zu übertreffen.

Was unterscheidet Freeletics von anderen Fitnessprogrammen?

Das Besondere an der Freeletics Trainingsmethode sind nicht die Übungen an sich oder deren Zusammenstellung, sondern viel mehr das Gesamtkonzept, das dahinter steckt:

  • Fixes Programm: Die Sportler erhalten ein fixes Programm, das es auszuführen gilt, ohne sich selbst viele Gedanken über den Trainingsablauf machen zu müssen.
  • Trainieren in der Gemeinschaft: Ein weiterer Punkt, der Freeletics von anderen Fitness-Angeboten unterscheidet, ist die Kombination aus Individualität und Gemeinschaftsgefühl. Auf der einen Seite sind die einzelnen Programme personalisiert und die Sportler müssen sich nicht an fixe Kurszeiten oder Standorte binden, sind damit also überdurchschnittlich flexibel. Auf der anderen Seite besteht trotzdem die Möglichkeit in der Gruppe zu trainieren.
  • Gruppentraining über Facebook: Über Facebook werden in mehreren Städten Österreichs Treffpunkte für Gruppentrainings organisiert. Hier hat man oftmals Gelegenheit, sich Tipps von erfahrenen Freeletics-Athleten zu holen und sich mit anderen zu messen.

Ein ausgebildeter Trainer, der Übungen anleitet oder Bewegungen ausbessert, ist allerdings nicht vor Ort. Selbst wenn das Training aber alleine ausgeführt wird, sind die Athleten Teil einer starken Community und bleiben über die App, die Website, Facebook oder Youtube-Videos in Kontakt. Das erlaubt ihnen, sich gegenseitig zu unterstützen, sich über ihre Erfolge zu informieren, sich zu motivieren, aber in erster Linie sich mit anderen zu messen.

Positive Auswirkungen von Freeletics

Das funktionelle Training von Freeletics fördert sowohl Kraft als auch Ausdauer. Die Übungen sind abwechslungsreich und werden häufig wiederholt, wodurch rasch ein Muskelaufbau erreicht werden kann. Durch die fortlaufende Steigerung der Geschwindigkeit, mit der die Übungen durchgeführt werden, wird das Herz-Kreislauf-System der Sportler stark gefordert. Zugleich dient das Programm der Fettverbrennung, da ein höherer Grundumsatz (ein höherer Kalorienbedarf des Körpers) erreicht wird.

Freelectics: Wo liegen die Grenzen?

Nur für bereits Trainierte

Die individuellen Trainingsprogramme werden zwar an den Fitnessgrad der Sportler angepasst, jedoch wird ein gewisses Grundniveau vorausgesetzt. Demnach sind sie nicht für vollkommen untrainierte, stark übergewichtige oder ältere Menschen geeignet. Doch selbst bei erfahreneren Hobby-Sportlern ist ein Verletzungsrisiko gegeben.

Hohes Verletzungsrisiko

Ein ausgebildeter Trainer, der Übungen anleitet oder Bewegungen ausbessert, ist bei Freeletics nicht vor Ort - wie es etwa in einem Fitnesstudio der Fall ist. Je müder der Sportler bei den anstrengenden, sehr schnellen, Freeletics-Trainingseinheiten wird, desto schlampiger werden die Übungen ausgeführt, die Verletzungsgefahr steigt.

So ist etwa die Fehleranfälligkeit gerade bei komplexen Ganzkörperübungen sehr hoch. Bei Kniebeugen muss zum Beispiel auf die richtige Haltung des Rückens, auf den Abstand der Beine, auf den Winkel der Knie etc. geachtet werden, um u.a. der Wirbelsäule längerfristig nicht zu schaden.

Aber nicht nur Gelenksschmerzen (häufig in der Schulter oder im Knie), sondern auch tiefe Erschöpfung, Kopfschmerzen, Schlaf- und Konzentrationsstörungen, stark erhöhter bzw. sehr niedriger Puls oder plötzlicher Leistungsabfall können Warnhinweise für eine Überbelastung sein. In diesem Fall muss die Trainingsintensität reduziert oder im Extremfall das Training komplett beendet werden.

Weiterführende Informationen

  • Autor
  • Redaktionelle bearbeitung Mag. Silvia Feffer-Holik
  • Erstellungsdatum

Medizinischer Experte

Florian Schabbauer, Bakk.

Sportwissenschaftler und Fitnesstrainer, Wien

Quellen

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