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Frauen haben schlechtere Zähne als Männer

Frauen haben schlechtere Zähne als Männer: Eine Frau reinigt ihre Zahnzwischenräume mit Zahnseide.
Frauen haben trotz intensiverer Pflege schlechtere Zähne als Männer. (Kalim - Fotolia.com)

Frauen haben häufiger Zahnschäden als Männer - Und das, obwohl sie Studien zufolge mehr für Zahnhygiene übrig haben und häufiger zum Zahnarzt gehen. Das Hormon Östrogen soll teilweise dafür verantwortlich sein.

Frauen rauchen und trinken weniger, haben auch seltener chronische Erkrankungen und letzten Endes haben sie dadurch eine höhere Lebenserwartung als Männer. Für die Zahngesundheit gilt das allerdings nicht. Frauen sind anfälliger für Zahnschäden wie  Karies und Parodontitis. Sie verlieren zudem mehr Zähne als Männer und sind im höheren Alter häufiger gänzlich zahnlos. Die Wissenschafterin Christiane Gleissner von der deutschen Gesellschaft für geschlechterspezifische Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde hat sich damit auseinandergesetzt und herausgefunden, dass das Hormon Östrogen - neben möglichen anderen Faktoren - dafür verantwortlich ist. Dass sich Experten aber nach wie vor uneinig sind, wie richtiges Zähneputzen auszusehen hat, zeigt, dass beim Thema "Zahngesundheit" noch viele Fragen offen sind.

Frauen: Pubertät und Schwangerschaften kosten Zähne

Frauen und Männer haben unterschiedliche Hormonhaushalte. Dass Hormone eine Teilursache für schlechtere Zähne bei Frauen sind, zeigt sich ungefähr ab dem 15. Lebensjahr. Bis dahin gibt es bei Buben und Mädchen - den Zustand der Zähne betreffend - keine Unterschiede. Das Einsetzen der pubertären Hormonumstellung führt bei Mädchen in diesem Zeitraum dann häufiger zu Zahnfäulnis, weil sie ihre Milchzähne dadurch nicht so lange tragen wie Buben und die bleibenden Zähne damit früher und länger von Karies befallen werden können.

Hormonbedingte Zahnschäden können jedoch nicht nur im Laufe der Pubertät, sondern auch später im Rahmen etwaiger Schwangerschaften begünstigt werden. Grund dafür ist, dass sich im Zahnfleisch Hormonrezeptoren befinden, die empfindlich auf die Schwangerschaftshormone Progesteron und Östrogen reagieren. Blutungen und Entzündungen sind die Folge. Und auch das häufige Erbrechen schädigt Zahnschmelz und fördert Karies. Das gilt auch für die Essbrechsucht (Bulimie).

Zahnschäden durch Speichelmangel in den Wechseljahren

Speichel gilt als sogenanntes Remineralisationsmedium, das vor Karies schützt, Karies aber auch bei einem Mangel auslösen kann. Frauen produzieren in der Menopause aufgrund von Östrogenmangel zu wenig davon. Zudem steuert Östrogen die Aufnahme von Kalzium und hat damit Einfluss auf die Knochenhärte, was im Bereich des Kiefers zunächst zu Zahnfleischentzündungen und –blutungen und in weiterer Folge zu Zahnausfällen führen kann. Fatalerweise reagieren Betroffene bei Blutungen häufig mit weniger Zähneputzen: Zahnbelag, Karies und noch stärkere Entzündungen sind die Folge.

  • Autor
  • Redaktionelle bearbeitung Elisabeth Mondl
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Quellen

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