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BMI-Regelung: Auch Frankreich verbietet Magermodels!

Französische Models müssen künftig eine ärztliche Arbeitsbescheinigung vorweisen. (Belish - Fotolia.com)

Die Vorbildfunktion besonders dünner Models wird mittlerweile vielerorts kritisch betrachtet. Frankreich ist nun das nächste europäische Land, das auf die Problematik reagiert.

Wer sich das weibliche Schönheitsideal unserer Zeit ansieht, muss ernüchtert feststellen: "Weniger ist mehr". Fälle von Magersucht und anderen Essstörungen werden gerade bei jungen Frauen immer häufiger, auch in Österreich. Insbesondere der Modewelt wird hierbei ein starker Einfluss zugesprochen, wohl nicht ganz zu Unrecht. Schließlich repräsentieren die meisten Frauen, die elegant über die Laufstege dieser Welt schreiten, kein allzu gesundes Körperbild.

Vorreiter Italien

Um dieser negativen Vorbildfunktion von renommierten Models Einhalt zu gebieten, haben in Europa bereits mehrere Länder strenge Regelungen umgesetzt. Ein Vorreiter war etwa Italien, wo der Modeverband schon 2006 mit der Regierung eine Übereinkunft getroffen hat. Seither müssen Laufstegmodels aus dem südeuropäischen Land mindestens 16 Jahre alt sein und einen per Definition gesunden Body Mass Index (BMI) haben.

BMI-Mindestwert

Dem italienischen Gesetz durchaus ähnlich ist eine Maßnahme, die nun in Frankreich beschlossen wurde. Auch dort müssen Models künftig eine 2 Jahre geltende Arbeitsbescheinigung vorweisen können. Um diese zu erhalten bedarf es einen BMI von mindestens 18,5 - also jenen Wert, den die Weltgesundheitsorganisation WHO als unterstes Maß für Normalgewicht angibt.

Retusche zugeben

Die letzte Entscheidung über die Bescheinigung liegt allerdings beim Arzt. So soll eine Diskriminierung jener verhindert werden, die aufgrund einer körperlichen Krankheit untergewichtig sind. Außerdem müssen in Frankreich ab Oktober Fotos in den Medien sowie in der Werbung als retuschiert ausgewiesen werden, sofern sie digital nachbearbeitet wurden - etwa um vermeintlich unvorteilhafte Körpermaße zu verdecken.

Wir haben Verspätung

In Österreich wartet man auf eine etwaige BMI-Regel für Models nach wie vor vergeblich, trotz zahlreicher Forderungen. Dass unser Binnenstaat in der Modebranche ein vergleichsweise kleiner Fisch ist, ist dabei ein schwacher Trost. 2016 wurde vom Bundesministerium für Frauen und Gesundheit immerhin eine Arbeitsgruppe mit dem Titel "Legistische Maßnahmen gegen Magermodels" eingerichtet.

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