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Risiken des Reisens: Ebola grassiert

Ebola-Virus: Der Ebola-Virus unter dem Mikroskop.
Gegen das Ebola-Virus gibt es noch keinen Impfstoff. (psdesign1 - Fotolia.com)
Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters Reisemedizin

Die Nachfrage nach Fernreisen reißt nicht ab. Entlegene Gebiete sind aber in vielen Fällen mit erhöhten Gesundheitsrisiken verbunden. Derzeit breitet sich das Ebola-Virus in Westafrika aus. Was sind die Risiken und wie kann man sich davor schützen?

Während bis vor wenigen Jahren Reisen in entlegene Gebiete der Welt als exotisch galten, kehren Österreicher heutzutage den traditionellen Urlaubszielen eher den Rücken zu. Sie reisen liebend gerne ans andere Ende der Welt. Dort gibt es viel zu entdecken, aber auch ein erhöhtes Risiko, sich mit Infektionskrankheiten anzustecken. Impfempfehlungen variieren je nach Reiseziel und den dortigen Gegebenheiten. Einige westafrikanische Länder kämpfen derzeit gegen das Ebola-Fieber, gegen das es noch keine vorbeugende Impfung gibt.

Was macht Ebola so gefährlich?

In Westafrika kämpfen Experten derzeit gegen eine massive Ausbreitung. 670 Todesfälle gibt es schon durch Ebola. Das Tückische an dieser Infektionskrankheit ist, dass es sich durch den Kontakt mit Körperflüssigkeiten rasch ausbreitet. Kontaminierte Dinge, wie Kleidung und Bettwäsche bergen ebenso das Potenzial den Erreger weiterzugeben. Zudem gibt es noch keine zugelassenen Impfstoffe. Besonderes Augenmerk gilt auch Affen, Antilopen und Flughunden. Sie sind nämlich Wirte, können das Virus also auch übertragen.

Die ersten Symptome treten zwischen 2 Tage und 3 Wochen nach der Infektion auf. Sie sind jedoch eher unspezifisch, was eine rechtzeitige Diagnose erschwert. Dazu zählen:

  • Fieber
  • Schwäche
  • Hautausschläge
  • Muskel- und Gliederschmerzen
  • Mitunter blutiger Durchfall und Erbrechen

In selteneren Fällen treten auch innere und äußere Blutungen auf. Ebola endet für über 50 % der Betroffenen mit dem Tod.

Die Behandlung variiert je nach medizinischen Standards. In den momentan betroffenen Gebieten werden Flüssigkeitsinfusionen und kreislaufstabilisierende Medikamente verabreicht. In westlichen Ländern werden Betroffene intensiv-medizinisch betreut. Dort wird zusätzlich in Form von Blutwäschen und künstlichen Beatmungen behandelt. Eine Verschleppung des Erregers nach Österreich ist grundsätzlich möglich. Eine unkontrollierte Ausbreitung ist aber unwahrscheinlich, weil Verdachtsfälle ausnahmslos in speziellen, von der Außenwelt abgeschotteten Räumlichkeiten behandelt werden.

So schützen Sie sich am besten vor Ebola 

Da es keine - zumindest zugelassenen - Impfstoffe gegen Ebola gibt, ist bei Reisen in die momentan gefährdeten Gebiete (Sierra Leone, Guinea, Liberia und Nigeria) besondere Vorsicht geboten. Das sind zwar keine klassischen Reiseziele. Sollten Sie aber dennoch vorhaben, diese betroffenen Regionen demnächst zu besuchen, so  kann das Infektionsrisiko unter Beachtung einiger Schutzvorkehrungen verringert werden. Dazu zählt, Körperkontakt mit betroffenen Menschen und ungeschützten Geschlechtsverkehr zu vermeiden.

Ebola Fieber wird erst seit einem größeren Ausbruch 1976 im damaligen Zaire (heute Demokratische Republik Kongo) wissenschaftlich untersucht. Damals forderte die Epidemie nahe dem kleinen Fluss Ebola im Gebiet zwischen Zaire und Südsudan 280 bestätigte Todesfälle bei 318 registrierten Krankheitsfällen, was einer Letalität (Sterberate) von 88 % entspricht. Seither registriert die WHO immer wieder kleinräumige Ausbrüche, vor allem im Kongo und in Uganda, aber auch in Gabun und im Sudan, mit insgesamt rund 1.500 dokumentierten Todesfällen bis 2013.

Ebola aktuell

Der aktuelle Ausbruch in Westafrika ist untypisch, weil er sich über ein weites Gebiet erstreckt. Ausgehend von Guinea mit ersten Fällen im Februar 2014 hat die Epidemie auch Liberia und Sierra Leone erfasst, ein Reisender aus Liberia ist in Nigeria verstorben. Verdachtsfälle wurden auch in Mali und Ghana gemeldet. Mit über 700 Todesfällen und rund 1.300 registrierten Erkrankungen ist dies die größte bisher bekannte Ebola-Epidemie in Afrika. Eine weitere Ausbreitung in Westafrika wird von WHO-Experten befürchtet, damit steigt theoretisch die Gefahr, dass Ebola über Reisende auch in anderen Ländern eingeschleppt wird. In einer aktuellen Risikoeinschätzung (ECDC - Europäisches Zentrum für Prävention und Kontrolle von Krankheiten) wird die Gefahr einer Infektion für Bürger der EU durch Reisende als sehr unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich eingestuft.

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  • Autor
  • Redaktionelle bearbeitung Elisabeth Mondl
  • Erstellungsdatum

Quellen

  • APAmed, Ebola-Seuche in Westafrika außer Kontrolle, 30.07.2014
  • APA, Das Outbreak-Virus Ebola - Immer wieder fatale Ausbrüche, 29.07.2014

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