Face Diabetes

Dirk Stermann spielt sich mit einem Zug
Nicht wegschauen, aktiv werden: Übergewicht (besonders um den Bauch) und wenig Bewegung fördern die Entstehung von Diabetes Typ 2. (Veronika Kub)

In Österreich sind immer mehr Menschen von Diabetes betroffen. Vererbung, krankhaftes Übergewicht, Bewegungsmangel, erhöhte Blutfettwerte und Bluthochdruck sind die häufigsten Ursachen für Diabetes Typ 2.

Laut "Diabetesbericht 2013" sind in Österreich rund 430.000 Menschen mit Diabetes mellitus diagnostiziert. Dies entspricht etwa 6% der Bevölkerung. Zirka 150.000 bis 200.000 Menschen haben Diabetes Typ 2, wissen es aber nicht - denn die Erkrankung verursacht lange Zeit keine Schmerzen, erste Beschwerden wie verstärkter Harndrang, starker Durst oder auffallende Müdigkeit werden meist ignoriert.

Gefährliche Folgen

Unbehandelt hat Diabetes allerdings dramatische Folgen: Herzinfarkt und Schlaganfall, Nierenschäden bis hin zur Dialyse, Erblindung und Fußgeschwüre, mitunter sogar Fußamputationen. Diabetes Typ 2 betrifft immer mehr Menschen, in der Hauptaltersgruppe (50 bis 70-Jährige) sind fast 25% der Bevölkerung betroffen.

AnTyp 1 Diabetes hingegen sind weit weniger Menschen - zirka 40.000 bis 50.000 - erkrankt.

Typ-1-Diabetes bei Jugendlichen

Beim Typ-1-Diabetes hingegen können die Beta-Zellen in der Bauchspeicheldrüse kein Insulin mehr produzieren, das Hormon muss lebenslang von außen zugeführt werden. Typ-1-Diabetes betrifft in erster Linie Kinder (meist im dritten und vierten Lebensjahr) und Jugendliche in der Pubertät – wie auch die Tochter von Dirk Stermann.  Eine häufige Komplikation dabei ist die Unterzuckerung (Hypoglykämie) des Körpers oder anders formuliert eine Nebenwirkung mancher Behandlungsformen, die im Extremfall lebensbedrohend sein kann. Hier ist es besonders wichtig in Diabetikerschulungen den Umgang mit dem Insulin (Insulinpumpentherapie, Insulintherapie...) zu erlernen.

Diabetes Typ 2 - runter mit den Kilos

Wer sich wenig bewegt, stark übergewichtig ist und auch noch Verwandte mit Diabetes hat, ist sehr gefährdet, an Diabetes Typ 2 zu erkranken. Dazu Univ.-Prof. Dr. Hermann Toplak von der Medizinische Universität Graz, Ambulanz für Lipidstoffwechsel und Stellvertretender Vorsitzender der Österreichischen Diabetes Gesellschaft: "Es gibt bestimmte Verhaltensweisen, die sehr wahrscheinlich dazu führen, Diabetes zu entwickeln." Und er stellte diese Punkte  - ins Gegenteil verkehrt - kürzlich auf einer Pressekonferenz in Wien folgendermaßen dar:

  • Stress: Sorgen Sie für so viel Stress wie möglich! Denn wenn wir gestresst sind, fällt es uns leichter, unkontrolliert und hastig große Mengen an Fettem und Süßem zu uns zu nehmen.
  • Übergewicht: Der beste Weg zum Diabetes geht über das Gewicht. Je schwerer wir werden, desto früher können wir erfolgreich Diabetiker werden. Besonders der Genuss von zuckerhaltigen Lebensmitteln ist ideal um seinen Bauch an Umfang wachsen zu lassen.
  • Bauchfett (Stichwort: Apfelform): Wer rund um die Leibesmitte zunimmt, sorgt dafür, dass die Entstehung von Diabetes beschleunigt wird.
  • Nichts Gesundes essen: Meiden sollte man jedenfalls fett- und zuckerarme Lebensmittel, ganz schlecht sind Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Fisch und hochwertige pflanzliche Fette.
  • Wenig bewegen: Wer der Erkrankung Diabetes vorantreiben möchten, sollte jede Form körperlicher Bewegung meiden! Fahren Sie nach der Arbeit gleich nach Hause. Parken Sie sich nach einem üppigen Abendessen am besten vor dem Fernseher und lassen Sie den Abend bei einer Tüte Chips und ein paar Bier ausklingen.

Professor Toplak abschließend zu seiner "Negativliste": „Wenn Sie all diese Empfehlungen konsequent befolgen und eine genetische Neigung für Diabetes von Ihren Eltern vererbt bekommen haben, dann haben Sie sehr gute Chancen, bald auch zu den Betroffenen zu zählen."

Quellen

  • Pressekonferenz der Österreichische Diabetes Gesellschaft zum Weltdiabetestag, in Wien am 28.10.2014

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