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Eugenia Cooney: Abgemagerter Youtube-Star spaltet das Internet

Die Kritiker nennen Eugenia Cooney magersüchtig, sie selbst behauptet, von Natur aus so dünn zu sein. (Eugenia Conney - Instagram.com)

Sind übermäßig dünne Social Media-Persönlichkeiten eine Gefahr für unsere Jugend? Eugenia Cooney, ihres Zeichens Youtube-Star, sorgt aufgrund ihrer mageren Statur für kontroverse Diskussionen.

In der breiten Öffentlichkeit mag Eugenia Conney kein klingender Name sein, im Internet aber ist die 22-Jährige ein regelrechter Superstar. Erst vor kurzem hat sie eine magische Grenze geknackt, mehr als 1 Million User haben nun die Videos ihres Youtube-Kanals abonniert. Auch die knapp 500.000 Personen, die ihre Posts auf Instagram verfolgen, können sich durchaus sehen lassen.

Alltagsgeschichten

Das Erfolgsgeheimnis der US-Amerikanerin entspricht mehr oder weniger den heutigen Internet-Standards. In ihren Videos bewertet sie diverse Beauty-Produkte, erzählt vermeintlich banale Alltagsanekdoten oder beantwortet die Fragen ihrer Fans. Relativ markante Augen, eine etwas schrille Stimme und ein Hang zur Farbe Schwarz reichen als Alleinstellungsmerkmal aus, um vor allem junge Mädchen als Fans zu generieren.

Schockierend dünn

Wer einen Videobeitrag von Fräulein Cooney schaut, wird all diese Details aber erst mal gar nicht bemerken. Vielmehr sind erstmalige Betrachter zunächst zutiefst schockiert. Denn Eugenia ist viel zu dünn. Nur anhand der Bilder eine Magersucht zu diagnostizieren, ist im Grunde unmöglich. Schließlich kann sich hinter dem auffällig geringen Gewicht theoretisch auch eine schwere Stoffwechselkrankheit oder ähnliches verbergen.

Natürliche Veranlagung?

Die in zahlreichen Kommentaren unter den Beiträgen vermutete Anorexia ist dennoch die wahrscheinlichste Option. Auffällig ist vor allem, dass die scheinbar immer schon sehr dünne Eugenia in ihren älteren Videos vor 3 Jahren zumindest ein kleines bisschen "stämmiger" aussieht als heute. Die Youtuberin selbst bestreitet die Krankheit und hat schon öfters erklärt, es handle sich bei dem geringen Gewicht eben um ihre natürliche Veranlagung.

Aufruf an Youtube

Den Regeln der Internet-Dynamik folgend, wurde bereits eine Petition gestartet, die Youtube dazu auffordert, Eugenia zu sperren. Sie sei offensichtlich krank und solle mit einer Sperre zu einer Therapie motiviert werden. Ihr hagerer Körperbau würde außerdem jungen Mädchen ein ungesundes Körperideal vorleben. Erwähnt wird sogar der Fall einer 12-Jährigen, die stark abgenommen haben soll, um so auszusehen wie Cooney.

Immer mehr Magersüchtige

Ob das genannte Beispiel tatsächlich der Wahrheit entspricht, lässt sich kaum überprüfen. Fakt aber ist, dass immer mehr Menschen magersüchtig werden, vor allem jugendliche Mädchen sind sehr häufig betroffen. Der Zusammenhang mit den Veränderungen der Medienlandschaft lässt sich kaum leugnen und ganz plötzlich wird aus der auf Youtube erfolgreichen Privatperson Eugenia Cooney ein kleines Politikum.

Nicht beneidenswert

In welche Richtung das Pendel ausschlägt, unterliegt im Endeffekt wohl einzig der jungen Frau selbst. Ihre übergewichtige Mutter sieht in ihren Video-Kurzauftritten überfordert aus, während die gerne im Netz genannten Werbepartner sicherlich weiterhin ihre Produkte an Eugenia schicken werden. Währenddessen wird Youtube den Teufel tun und eine verlässliche Klicks-Quelle sperren. Mit 22 Jahren und offensichtlich einer schwerwiegenden psychischen Störung ausgestattet, fordert die Online-Welt nun von Frau Cooney, ihre Krankheit offen zu legen und damit ein wirkungsvolles Zeichen gegen den Magertrend zu setzen. Um diese Position muss man sie ebenso wenig beneiden wie um ihr Gewicht.

Kritisch hinterfragen

Für alle anderen von uns bleibt eine Lektion. Was auf Twitter, Instagram, Youtube oder sonst wo gepostet wird, ist relevant und beeinflusst jene Leute, die es sehen. Nicht jeder lässt sich wegen eines inspirierenden Facebook-Posts sofort zu einer Religion bekehren und es gibt auch genug Menschen, die angesichts von mageren Instagram-Körpern ihr Schönheitsideal nicht anpassen. Doch die Summe der Eindrücke kann insbesondere jene Personen, die mit niedrigem Selbstwertgefühl zu kämpfen haben, durchaus formen. Was auch immer wir auf sozialen Kanälen in die Welt hinausschreien, sollten wir uns daher gründlich überlegen. Und das, was die anderen so schreien, darf gerne kritisch hinterfragt werden - ganz egal, wie viele Follower Eugenia Cooney hat.

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