Familienmahlzeiten machen sozialer

Familienmahlzeiten machen sozialer: Familie frühstückt gemeinsam.
Das Drumherum entscheidet mit: Wichtig ist wie gemeinsame Mahlzeiten gestaltet werden. (Monkey Business - Fotolia.com)
Kinder, die ihr Essen mit anderen teilen, sind als Erwachsene weniger egoistisch. Gemeinsam eingenommene Mahlzeiten in Familien sollen demnach das Sozialverhalten fördern.

Belgische Forscher befragten 466 Studierende nach ihrem Essverhalten in der Kindheit und ihrer aktuellen Sozialkompetenz. Dabei stellten sie fest: Menschen, die als Kind bereitwillig ihr Essen teilten, helfen auch als Erwachsene gerne ihren Mitmenschen. Lernen Kinder frühzeitig, gemeinsam mit anderen fair zu essen, befassen sie sich dabei mit wichtigen sozialen Konzepten wie Gerechtigkeit, Autorität und Gier. Wichtig für diesen Lern-Effekt ist aber nicht die Anzahl der gemeinsam eingenommenen Mahlzeiten, sondern das Verhalten, das die Kinder während dem Essen lernen.

Sozialverhalten im Erwachsenenalter gesteigert

Menschen, die in Kindheit häufig ihr Essen mit anderen teilen mussten, profitierten davon ihr gesamtes weiteres Leben. Laut der Studie sind sie deutlich sozial kompetenter als Menschen, die als Kind egoistisch essen "durften".

Sozial kompetente Menschen zeichnen sich durch folgendes Verhalten aus:

  • Fremden den Weg zu erklären
  • Im öffentlichen Verkehr anderen den Sitzplatz zu überlassen
  • Freunden beim Umzug helfen
  • Freiwillig soziale Dienste machen

Zubereitung der Familienmahlzeiten als Lern-Moment

Überraschenderweise stellten die Forscher der Universität Antwerpen fest, dass nicht die Häufigkeit von Familienmahlzeiten entscheidend für das Sozialverhalten der Kinder war. Wichtiger, als jeden Abend gemeinsam zu essen ist, wie die gemeinsamen Mahlzeiten gestaltet werden.

Idealerweise sollte das Essen so serviert werden, dass die Kinder an der Aufteilung der Speisen beteiligt sind. Besonders "begehrtes" Essen - bei Kindern häufig Süßigkeiten oder Pizza - sollte bewusst unter den Familienmitgliedern verteilt werden. Dabei entscheiden die Kinder mit, was eine faire Aufteilung ist und wie Kompromisse geschlossen werden können. Eltern können solche Mahlzeiten daher bewusst nutzen, um das Teilen zu moderieren.

Quellen

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