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Essstörungen bei Männern werden häufiger

Essstörungen waren bisher eine weibliche Domäne, werden langsam aber leider auch bei jungen Männern häufiger. (mattkusb - Fotolia.com)

Magersucht oder andere Essstörungen waren bislang ein weibliches Phänomen, Männer holen leider aber auf. Eine Umfrage zeigt, dass immer mehr jugendliche Burschen gefährdet sind.

Ein gesellschaftlicher Wandel, das Internet und die Werbung sind allesamt Faktoren, die Essstörungen in den letzten Jahren immer mehr zum Thema gemacht haben. Traditionell wird die Problematik eher jungen Frauen zugeordnet, Statistiken unterstreichen diese Tendenz. Mehr als 90 Prozent der Betroffenen sollen weiblich sein, bei Männern waren diese Erkrankungen bisher nur eine Randerscheinung. Nun dürfte sich diese Verteilung allerdings langsam verändern, wie eine neue Erhebung zeigt.

Essen beeinflusst Leben

Nicht weniger als 14,6% der österreichischen Burschen im Alter von 10 bis 18 Jahren soll gefährdet sein. Dies berichtet die Studie "Mental Health in Austrian Teenagers", in vorangegangen Untersuchungen lag diese Zahl stets unter 10%. Fast jeder Vierte sieht sein Leben vom Essen beeinflusst und 11% finden sich selbst zu dick, obwohl andere Menschen sie für schlank halten.

Aussehen wird wichtiger

Dieser dramatische Anstieg dürfte auf die detaillierter werdenden Vorstellungen vom männlichen Schönheitsideal zurückzuführen sein. Gutes Aussehen ist längst nicht mehr nur für Frauen von Bedeutung, auch Vertreter des anderen Geschlechts müssen heutzutage auf ein gepflegtes Äußeres achten. In einer bekannten TV-Castingshow werden mittlerweile auch männliche Topmodels gesucht, unter Managern gilt ein Bierbauch als Karrierebremse.

Verschiedene Ausprägungen

Die häufigsten Vertreter der Essstörungen sind die klassische Magersucht sowie die Ess-Brechsucht. Letztere führt zu Heißhungerattacken, nach denen das gerade Gegessene rasch wieder erbrochen wird. Eine weniger bekannte Form ist das Binge-Eating, bei dem das Sättigungsgefühl ausbleibt. Ähnlich wie bei der Ess-Brechsucht essen Betroffene innerhalb kurzer Zeit extrem viel, allerdings erzwingen sie danach kein Erbrechen. Naturgemäß führt die Erkrankung in den meisten Fällen zu starkem Übergewicht.

Schlimme Folgen

Die gesundheitlichen Folgen von Essstörungen können enorm sein, so neigen Magersüchtige zu Untertemperatur und auch das Risiko auf Osteoporose ist stark erhöht. Hält die Erkrankung lange an, kann der Körper nachhaltige Schäden davontragen. Nett gemeinte Sprüche von Eltern oder Freunden sollten übrigens gut überlegt sein, in vielen Fällen richten sie mehr Schaden an als sie helfen. Psychologische Betreuung, etwa in Form einer Psychotherapie, ist oftmals der einzige Ausweg.

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