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Essen am Boden und der Mythos 5-Sekunden-Regel

Essen vom Boden aufzuheben ist trotz der altbekannten Fünf-Sekunden-Regel keine gute Idee. (Bernd Libbach - Fotolia.com)

Wenn uns ein beliebiges Lebensmittel aus der Hand rutscht und hinunter plumpst, wird gerne die 5-Sekunden-Regel zitiert. Eine Studie zeigt nun, ob wir Essen vom Boden wirklich noch zu uns nehmen sollten.

Die 5-Sekunden-Regel bewegt sich irgendwo im Grenzbereich zwischen Witz, Bauernschläue und gefährlichen Halbwissen. Der urbanen Legende nach kann man ein Lebensmittel, das auf den Boden gefallen ist, sehr wohl noch essen, vorausgesetzt es wird binnen 5 Sekunden wieder aufgehoben. Über die Gültigkeit dieser These lassen sich hervorragende Diskussionen führen, eine neue Studie gibt nun aber doch eine recht klare Antwort.

Instantane Ausbreitung

Wissenschafter an der Universität von New Jersey haben getestet, wie lange Bakterien brauchen, um sich auf einem Lebensmittel zu verbreiten. Demnach spielt die Dauer, wie lange Essen den Boden berührt zwar eine Rolle, eine Verunreinigung ist aber selbst bei schneller Reaktion nicht zu verhindern. Die gerne zitierte Regel muss also widerlegt werden, auch schnell wieder aufgehobenes Essen sollte man lieber nicht mehr verzehren.

Immer wieder auf den Boden

Getestet wurden 4 verschiedene Lebensmittel - eine aufgeschnittene Wassermelone, Brot, Butterbrot, Erdbeergummi - auf 4 unterschiedlichen Oberflächen: Edelstahl, Keramikfliesen, Holz und Teppich. Jede Fläche wurde mit einem Salmonellen ähnlichen Bakterium behandelt, anschließend wurde das Essen auf eine mögliche Kontamination untersucht.

Nur bedingt richtig

Unabhängig von der Kombination aus Lebensmittel und Oberfläche gab es kein Essen, das sauber blieb. Was der 5-Sekunden-Regel allerdings zu Gute gehalten werden muss: Je länger das Testobjekt auf der Fläche lag, umso mehr Bakterien hatten sich auch darauf versammelt. Das heißt im Umkehrschluss aber eben nicht, dass die urbane Legende bestätigt werden kann.

Wo und was

Wie vorsichtig man mit der Materie umgeht, bleibt im Grunde jedem selbst überlassen. Die bakterielle Verbreitung über Oberflächen zählt aber zu den häufigeren Auslösern von Lebensmittelvergiftungen. Relevant ist freilich auch, welches Essen zu Boden gefallen ist und wo es passiert ist. Wenig überraschend sog die Wassermelone aufgrund ihrer hohen Feuchtigkeit besonders viele Bakterien in sich auf.

Daheim genau so dreckig?

Auf öffentlichen Straßen ist der Respekt der meisten Menschen vor den unsauberen Böden zurecht größer als etwa in den eigenen vier Wänden. Aber auch die eigene Küche und das Wohnzimmer sind meistens nicht ganz so sauber wie wir denken, selbst, wenn wir regelmäßig fleißig putzen. Bester Beleg dafür ist eine ältere Studie, die gezeigt hat, dass sich im heimischen Badezimmer gleich viele Bakterien aufhalten wie auf einer öffentlichen Toilette.

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