Wie entwickelt sich die Potenz im Alter?

In höherem Alter kommt es bei vielen Männern zu Potenzproblemen. (VadimGuzhva - Fotolia.com)
Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters Impotenz

Sex ist auch im Alter kein Tabuthema mehr. Er spielt inzwischen eine größere Rolle als dies noch vor einigen Jahrzenten der Fall war.

Sex ist natürlich nur ein Bestandteil einer Beziehung, aber er hält jung und trägt zur Zufriedenheit in der Liebe bei. Dieser Meinung sind auch 98% aller 50- bis 60-jährigen und 70% der 70- bis 80-Jährigen Männer. Der springende Punkt ist allerdings nicht immer, ob man Lust auf Geschlechtsverkehr hat, sondern ob man dazu auch in der Lage ist. Gibt es einen Zusammenhang zwischen Potenz und Alter? Lässt die Erektionsfähigkeit mit dem Alter nach? Und kann man auch noch im fortgeschrittenen Alter die Potenz steigern?

Potenz in verschiedenem Alter

Die Forschung ist sich einig, dass Männer um das 20. Lebensjahr auf dem Höhepunkt ihrer Potenz sind und somit die maximale sexuelle Leistung erbringen. In den 40ern beginnen Männer häufig zu merken, dass ihre sexuelle Leistungskraft langsam nachlässt und jeder zweite Mann zwischen 50 und 59 Jahren stellt mäßige Potenzstörungen fest. Männer im Alter zwischen 60 und 69 Jahren haben schon doppelt so oft mit erektilen Dysfunktionen zu kämpfen, wie ihre zehn Jahre jüngeren Kollegen. Jeder Zehnte bekommt sogar gar keine Erektion mehr.

Bei den 70- bis 80- Jährigen Männern haben fast 60 Prozent mit leichten bis mittelschweren Erektionsstörungen zu kämpfen. Insgesamt leiden circa zwei Drittel der Männer in ihrem Leben einmal an Potenzstörungen. Grund zum Verzweifeln ist das aber keiner, denn Studien zufolge hat jeder vierte Mann der über 80-Jährigen Bevölkerung keinerlei Erektionsprobleme und ist noch völlig fit.

Wie machen sich Probleme bemerkbar?

In der Regel wird eine längere und stärkere Stimulation benötigt, bis eine Erektion erreicht wird. Zudem wird der Penis nicht mehr richtig steif oder ein Samenerguss kann weniger häufig wiederholt werden. Doch woran liegt das? Mit zunehmendem Alter verliert das penile Bindegewebe, aufgrund der Veränderung der Stoffwechselvorgänge, an Elastizität. Die maximale Durchblutung des Penis wird während der Erektion reduziert und wenn eine Erektion eintritt, findet diese nicht mehr so stark statt. Die Folge ist Unzufriedenheit beim Mann selbst und manchmal auch bei der Partnerin.

Was Sie dagegen tun können

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, die Potenz auch im Alter noch positiv zu beeinflussen oder sogar vorbeugend zu handeln, sodass die Probleme gar nicht erst entstehen. Potenzmittel und körperliches Training wie Beckenbodentraining und regelmäßige sexuelle Aktivität können helfen. Was die meisten nicht wissen ist, dass die Beckenbodenmuskulatur nicht nur für Frauen wichtig ist, sondern auch für die männliche Potenz. Spätestens nach dem Core-Stability-Training der deutschen Fußball-Nationalmannschaft im Jahr 2006 ist bekannt, dass das Training des Beckenbodens die Leistungsfähigkeit bei vielen Sportarten verbessern kann und somit nicht nur Frauensache ist. Ein regelmäßiges Beckenbodentraining kann zu festeren und härteren Erektionen führen und den Ejakulationsreflex unterdrücken, was für ein längeres Durchhaltevermögen sorgt. Hinzu kommt, dass das Trainieren des Beckenbodens auch vorteilhaft für die Prävention verschiedener Krankheiten im Prostata- oder Enddarmbereich, wie zum Beispiel Stuhl- und Harnkontinenz, ist. Falls Sie mit Trainingsübungen zu Hause beginnen möchten, können Sie dies ganz einfach ohne Hilfsmittel tun. Eine sinnvolle Übung ist zum Beispiel der schnelle Kniehebelauf in Intervallen.

Eine andere Variante die Potenz im Alter zu erhalten, bzw. zu steigern sind Potenzmittel, die in Form von Tabletten, Potenzpillen, Gels oder Cremes erhältlich sind. Der Markt dieser Produkte ist vielseitig und einige Produkte locken mit großen Versprechungen. Medikamente mit potenzsteigernden Arzneistoffen enthalten in der Regel Stoffe wie zum Beispiel L-Arginin, Maca, Yohimbin und Apomorphin. Es lohnt sich in diesem Zusammenhang eine Beratung in der Apotheke oder beim Urologen. Auch die Einnahme von PDE-5-Inhibitoren vor dem Zubettgehen ist theoretisch eine Möglichkeit. Medikamente dieser Art erhöhen die Qualität der nächtlichen Sauerstoffversorgung des Penis und wirken somit dem natürlichen Alterungsprozess des Penisgewebes entgegen. Die richtige Art und Dosierung des Medikaments muss unbedingt mit einem Facharzt besprochen werden, da sie von Mann zu Mann variieren kann.

Auch Mittel zur Penisvergrößerung können eine potenzsteigernde Wirkung haben. Penispumpen wirken zum Beispiel so, dass sie die Durchblutung im Penis erhöhen, und Erektionen erleichtert werden. Grundsätzlich trägt ein gesunder Lebensstil dazu bei, Erektionsstörungen vorzubeugen und Ihre Potenz zu erhalten. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist genauso wichtig wie genügend Schlaf und körperliche Bewegung. Außerdem sollte zum Großteil auf Alkohol und Nikotin verzichtet werden. Auch regelmäßiger Sex, Petting und Masturbation wirken sich positiv auf die Erektionsfähigkeit des Penis aus, da die Sauerstoffversorgung erhöht wird und das müde Gewebe aktiviert wird. Eine gesunde Sexualität erhält nicht nur die Erektionsfähigkeit, sondern ist allgemein förderlich für die Gesundheit. Bewiesenermaßen altert man langsamer, bleibt gesünder, vitaler und auch jünger, wenn man sich regelmäßig sexuell vergnügt.

 

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