Eisenmangel macht müde

Eisenmangel macht müde: Teller mit Eisennägeln
Aus einem unbehandelten Eisendefizit kann sich Blutarmut entwickeln. (Andreas Berheide - Fotolia.com)
Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters Eisenmangel?

Ständig müde, ohne Antrieb und oft auch schlaflos: Wer diese Symptome über längere Zeit an sich beobachtet, sollte auch an einen Eisenmangel denken.

Denn dieses Spurenelement sorgt als "Treibstoff" für die Sauerstoffversorgung unserer Körperzellen. Mangelt es an Eisen, werden wir müde, unser Energiepegel sinkt. Wie rapide ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Je schleichender dieser Prozess vor sich geht, desto mehr gewöhnen sich Betroffene an Energie- und Antriebslosigkeit, Kopfschmerzen, Haarausfall und depressive Verstimmungen. In Österreich leidet nahezu jede 4. Frau im gebärfähigen Alter - meist ohne es zu wissen - an Eisenmangel, erst im Alter nimmt die Häufigkeit auch bei Männern zu.

Wer braucht mehr Eisen?

Da Blutverlust gleich Eisenverlust bedeutet, haben Frauen während der Periode bzw. auch nach einer Geburt einen erhöhten Eisenbedarf. Aber auch Schwangere, Jugendliche, chronisch Kranke (z.B. bei Morbus Crohn), Vegetarier und Veganer sowie Sportler, die viel schwitzen, sollten auf eisenreiche Ernährung (rotes Fleisch, Leber, Eigelb, Hülsenfrüchte, Hirse, Vollkornprodukte…) achten bzw. ein Blutbild erstellen lassen. Wird gegen das Eisendefizit nichts unternommen, entwickelt sich daraus früher oder später eine Eisenmangel-Anämie (Blutarmut).

Blutuntersuchung notwendig

Durch eine Blutkontrolle lässt sich ein Eisenmangel sehr leicht feststellen. "Es reicht nicht aus, nur das Eisen im Blut zu messen", betont Dr. Yvonne Rottensteiner, Ärztin für Allgemeinmedizin in Graz, "maßgeblich für eine gesicherte Diagnose sind Parameter wie Ferritin, die Transferrinsättigung, der Hämoglobin-Wert sowie der CRP-Wert."

Eisenpräparate sollten daher nie eigenmächtig, sondern erst nach eindeutigem Befund und ärztlicher Absprache eingenommen werden. Es gibt Medikamente in Form von Tropfen, Kapseln oder (Brause-) Tabletten, sie werden meist über mehrere Wochen bis Monate (nicht gemeinsam mit Kaffee oder Tee! ) zugeführt. Eine weitere Möglichkeit ist die Gabe von Eiseninfusionen in eine Vene.

Quellen

  • Interview mit Dr. Yvonne Rottensteiner, Ärztin für Allgemeinmedizin in Graz

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