Einseitige Taubheit / Single-Sided Deafness (SSD)

Einseitige Taubheit erschwert es, in lauter Umgebung Sprache zu verstehen. (Janina Dierks - Fotolia.com)
Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters Schwerhörigkeit

Lange Zeit ging man davon aus, dass Patienten sich mit der Zeit an einen einseitigen Hörverlust gewöhnen. Heute weiß man, dass die Einschränkungen permanent und gravierend sind. 

Ein beidseitig funktionierendes Gehör ist die Grundvoraussetzung für räumliches und differenziertes Hören. Nur durch das sogenannte „binaurale Hören“ lassen sich Klangquellen lokalisieren und Gesprächspartner in schwierigen Hörsituationen verstehen. Denn um Lärm und Gesprochenes zu trennen und Störgeräusche herauszufiltern, benötigt das Gehirn Informationen von beiden Ohren.

Die sogenannte Single-Sided Deafness (SSD), also die einseitige Ertaubung zum Beispiel nach einem Hörsturz, Unfall oder Knalltrauma, beeinträchtigt das Orientierungsvermögen und erschwert es, in lauter Umgebung Sprache zu verstehen. Neben dem Sprachverstehen wird bei einer einseitigen Ertaubung auch das Richtungshören stark beeinträchtigt. Fällt ein Ohr aus, empfängt das Gehirn alle Informationen nur noch „eindimensional“ und der Klangeindruck ist nicht vollständig. Während man lange Zeit davon ausging, dass Patienten sich mit der Zeit an einen einseitigen Hörverlust gewöhnen, weiß man heute, dass die Einschränkungen permanent und gravierend sind.

Med el - einseitige Schwerhörigkeit Einseitiger Hörverlust (SSD)                                    Binaurales Hören (beidseitig)
Bild: © Med El 

Mögliche Folgen einer unbehandelten einseitigen Ertaubung

Betroffene versuchen oftmals, sich mit der Situation zu arrangieren – dabei akzeptieren sie die alltäglichen Einschränkungen. Studien haben gezeigt, dass Patienten mit SSD ihre Arbeit als anstrengender empfinden und selbst Telefonate mit dem gesunden Ohr zu einer Herausforderung werden. Rund ein Drittel aller Kinder mit einseitiger Taubheit hat erhebliche Schulprobleme und ist im Durchschnitt ein bis zwei Noten schlechter als ihre nicht schwerhörigen Klassenkameraden.  

Heute werden die audiologischen und psychosozialen Folgen einer einseitigen Ertaubung als ernstzunehmende und behandelbare Beeinträchtigung erkannt. Denn auch wenn der Betroffene auf dem zweiten Ohr ganz normal hören kann, ist er in seinem Alltag eingeschränkt und seine Lebensqualität leidet.

Mit dem Zweiten hört man besser

Eine Versorgung mit einem Hörimplantat wie einem Cochleaimplantat (CI) von
MED-EL oder dem Knochenleitungsimplantat BONEBRIDGE kann für Patienten mit SSD eine effiziente Therapieoption darstellen – mit einem Hörimplantat wird binaurales Hören wieder möglich.

Hörimplantate sind grundsätzlich für Patienten jeden Alters geeignet und wirken sich nicht nur positiv auf das Sprachverständnis aus. Patienten, die mit einem Hörimplantat ihren Hörsinn auf dem zweiten Ohr zurück erhalten haben, erklären, dass sich auch ihre subjektiv empfundene Lebensqualität dadurch deutlich verbessert hat und sie wieder mehr Freude am Leben empfinden.

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