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Einsamkeit verringert die Lebenserwartung

Einsamkeit wird mit diversen Gesundheitsrisiken in Verbindung gebracht. (Focus Pocus LTD - Fotolia.com)

Wer sozial isoliert ist, hat oftmals nicht nur mit psychischen Problemen zu kämpfen. Eine neue Studie zeigt auf, dass Einsamkeit sogar die Lebenserwartung verringert.

Wenn wir uns eine kurze Minute gönnen, in der wir uns das perfekte Leben vorstellen, spielen andere Menschen dort eine große Rolle. Denn neben einem hohen Einkommen und Gesundheit stehen wohl auch Familie oder zumindest ein großer Freundeskreis auf den meisten Wunschzetteln. Tatsächlich gibt es zahlreiche Studien, die den Einfluss eines stimmigen sozialen Umfeldes auf das psychische Wohlbefinden belegen.

Risiko senken

Gerne unterschätzt wird hingegen, wie stark sich fehlende soziale Interaktionen auf den Körper auswirken können. Bei einem Kongress renommierter Psychologen in den USA wurde nun eine Studie vorgestellt, die diesen Zusammenhang besonders deutlich macht. Demnach kann Einsamkeit insbesondere bei Menschen höheren Alters einen negativen Einfluss auf die Lebenserwartung nehmen. Starke soziale Vernetzung soll das Risiko eines frühen Todes um 50% reduzieren können.

Schlimmer als Übergewicht

Bei der Untersuchung bedienten sich die Wissenschafter vorhergehender Studien, insgesamt wurden so mehr als 3,5 Millionen Datensätze analysiert. Neben Einsamkeit bzw. erlebter Einsamkeit dürften auch soziale Isolation und Alleinleben dem Körper auf Dauer zusetzen. Das Sterberisiko soll so noch stärker anwachsen als dies bei Übergewicht oder starkem Bewegungsmangel der Fall ist.

Problemzone Smartphone

Vor diesem Hintergrund beunruhigen jene Aussagen, mit denen die Psychologie-Professorin Jean Twenge unlängst für Schlagzeilen sorgte. In einem Artikel für das Magazin "The Atlantic" vertrat die US-Amerikanerin die These, dass Smartphones eine ganze Generation vor große Probleme stellen könnten. Ihrer Theorie nach trägt die zunehmende Abhängigkeit von den smarten Mobiltelefonen zu einem kollektiven Verlernen sozialer Regeln bei. Die Jugendlichen von heute seien zu weiten Teilen sozial inkompetent und einsam.

Persönliche Fragen erlaubt

Als Konsequenz wird von vielen Experten ein sozialer Unterricht für Kinder vorgeschlagen, damit direkte zwischenmenschliche Interaktionen nicht verloren gehen. In der Medizin etabliert sich außerdem ein immer stärkerer Fokus auf soziale Faktoren. Fragen über den persönlichen Hintergrund des Patienten gehören langsam aber sicher zum Standard und sollten nicht als indiskret erlebt werden.

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