Eierstockentzündung: Oft ist ungeschützter Sex daran schuld

Die Infektion wird hauptsächlich von Bakterien im Zuge ungeschützten Geschlechtsverkehrs verursacht. ( nd3000 - Fotolia.com)

Die Eierstockentzündung wird meist durch eine bakterielle Infektion mit Gonokokken oder Clamydien ausgelöst, übertragen werden die Bakterien meist im Zuge ungeschützten Geschlechtsverkehrs.

Über die Scheide wandern die Bakterien (meist Gonokokken oder Clamydien) über den Gebärmutterhals in die Gebärmutterhöhle und über den Eileiter schließlich zu den Eierstöcken. Wesentliche Abwehrmaßnahme ist dabei das Kondom. Es schützt also nicht nur vor ungewollten Schwangerschaften und sexuell übertragbaren Krankheiten wie Aids, sondern auch vor Infektionen. Es sollte daher fixer Bestandteil beim Geschlechtsverkehr sein, besonders wenn man den Partner noch nicht (lange) kennt.

 Überblick:

Frage 1: Was ist eine Eierstockentzündung?

Eine Eierstockentzündung ist eine Erkrankung der Eierstöcke, die durch eine Infektion mit Bakterien, seltener durch Viren, hervorgerufen wird. Die Infektion betrifft nur selten ausschließlich die Eierstöcke– sie sind  der Produktionsort der Eizellen und weiblicher Geschlechtshormone - meist geht die Erkrankung mit einer Eileiterentzündung (Adnexitis) einher. Üblicherweise betrifft die Erkrankung beide Eierstöcke. Am häufigsten erkranken Frauen im gebärfähigen Alter, 2/3 der Frauen bereits im Teenageralter

Frage 2: Wie entsteht eine Eierstockentzündung?

Bei zirka 2 von 3 Eierstockentzündungen sind Chlamydien aber auch Streptokokken die Verursacher. Auch Enterokokken können die Erkrankung hervorrufen, bei etwa einem 1/3 aller Infektionen sind Gonokokken (Erreger der Geschlechtskrankheit Tripper/ Gonorrhoe) verantwortlich. Die Entzündung kann verschiedene Wege nehmen: Aufsteigende Entzündungen entstehen, wenn Keime von der Scheide über die Eileiter zu den Eierstöcken gelangen. Dabei überwinden die Keime die schützende Barriere des Muttermunds. Absteigende Infektionen entstehen, wenn ein "Nachbar-Organ" (z.B. Blinddarm) entzündet ist und die Erreger auf die Eierstöcke übergehen. Keime können jedoch auch über die Lymphbahnen von einem entzündeten Organ bis an die Eierstöcke gelangen.

Frage 3: Wie erkenne ich eine Eierstockentzündung?

Eine Eierstockentzündung kann ohne Beschwerden verlaufen und erst durch den Gynäkologen diagnostiziert werden. Ein Hauptsymptom ist der Unterbauchschmerz. Außerdem geht die Infektion mit hohem Fieber, allgemeiner Schwäche und grippeähnlichen Symptomen einher, die plötzlich und heftig einsetzen können. Auch Ausfluss oder Blutungen außerhalb der Periode können ein Hinweis auf die Erkrankung sein. In fortschreitendem Stadium reagiert die Bauchdecke empfindlich auf Druckschmerz und schwillt an.

Bleibt die Erkrankung unbehandelt, kann sie in eine chronische Form übergehen, sowie in der Folge zu Narbenbildung. Bei immer wiederkehrenden Entzündungen erhöht sich das Risiko für Unfruchtbarkeit.

Frage 4: Wie funktioniert die Diagnose bei Eierstockentzündung?

Der gynäkologischen Untersuchung geht eine umfassende Anamnese voraus. Im Zuge einer vaginalen Tastuntersuchung und Ultraschalluntersuchung kann der Arzt feststellen, ob die Eileiter bzw. die Eierstöcke vergrößert und schmerzhaft sind. Auch der typische Druckschmerz im Bereich der Vagina bzw. Gebärmutter kann bereits ein Hinweis auf das Vorliegen einer Eierstockentzündung sein. Des Weiteren geben eine Ultraschalluntersuchung, eine Blutuntersuchung und der Vaginalabstrich Hinweise auf die Erkrankung.

Frage 5: Wie therapiert man eine Eierstockentzündung?

Eine Eierstockentzündung muss möglichst frühzeitig behandelt werden, um Spätfolgen, wie z.B. Unfruchtbarkeit zu verhindern. Üblicherweise erfolgt die Behandlung mithilfe von Antibiotika, die in der Regel über 14 Tage eingenommen werden. Bei sehr schwerem Verlauf ist eine Behandlung im Krankenhaus notwendig. Ist die akute Phase abgeklungen, kann eine Wärmetherapie hilfreich sein. Manchmal wird sogar kurzzeitig die "Pille" zur "Ruhigstellung des Eierstocks" als Therapie eingesetzt.

Bei sehr schmerzhaftem Krankheitsverlauf, bei dem auch manchmal ein stark vergrößerter Eierstock im Ultraschall zu sehen ist, kann sogar eine Operation notwendig werden. Bestehen bereits starke Vernarbungen entscheidet der Arzt gemeinsam mit der Betroffenen, ob eine Entfernung eines Eileiters und/oder Eierstocks sinnvoll ist um beschwerdefrei zu werden.

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