Durchfall bei Säuglingen und Kleinkindern

Kleinkind auf Topf
Dauert Durchfall bei Kleinkindern länger als 2 Tage an, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. (Oksana Kuzmina)
Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters Durchfall

Durchfall tritt bei den Kleinen sehr häufig auf, unterschieden wird zwischen akuter und chronischer Diarrhö. Das Kind verliert dabei sehr viel Flüssigkeit, dadurch kann es zu Kreislaufbeschwerden bis hin zum Kreislaufkollaps kommen.

Wenn bei einem Säugling bzw. Kind unter 2 Jahren der Durchfall über 48 Stunden lang anhält, unbedingt einen Arzt aufsuchen! Gesellen sich zum Durchfall hohes Fieber, Blut im Stuhl oder massive Bauchschmerzen, wirkt das Kind teilnahmslos, trinkt es nicht mehr,  dann nicht mehr zuwarten, sondern sofort zum Arzt gehen! Meist lösen Viren - wesentlich seltener Bakterien - eine akute Infektion aus, der Körper versucht, die lästigen Krankheitserreger möglichst schnell wieder loszuwerden. Chronischer Durchfall kann auch durch eine Darmerkrankung wie z. B. Morbus Crohn in Gang gesetzt werden.

Ursachen von akutem Durchfall

Eine akute Magen-Darm-Infektion beginnt bei Kindern sehr oft mit Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit, Erbrechen, manchmal auch Fieber und dünnflüssigen Durchfällen. Begleitende Beschwerden wie Kopfschmerzen, Übelkeit oder Schwindel sind auch keine Seltenheit. Mögliche Auslöser sind:

  • Rotaviren: Bis zum 5. Lebensjahr sind Darminfektionen, die durch Rotavieren ausgelöst werden, sehr häufig. Dieses äußerst robuste Virus wird oft in Kindergrippen, Kinderkliniken und Kindergärten übertragen. Es macht sich durch plötzlich auftretenden, wässrigem Durchfall, oft auch durch Erbrechen bemerkbar. Die Erkrankung dauert bis zu 6 Tage, schwere Krankheitsverläufe sind hierzulande selten, es gibt eine Impfung.
  • Noro-, Entero- und Adenoviren: Sie kommen auch als Auslöser von akutem Durchfall in Frage.
  • Bakterien: Etwa 20% der kindlichen Durchfallerkrankungen werden von Bakterien wie Salmonellen oder Kolibakterien verursacht
  • Allergien
  • Vergiftungen
  • Antibiotika
  • Stress
  • Chronisch entzündliche Darmerkrankungen: Dazu zählt etwa Morbus Crohn. Er kann - wenn auch sehr selten - ebenfalls ein möglicher Grund für Durchfall bei Kindern sein.

Bei schweren Verläufen lässt sich mit Hilfe von Laborwerten (Blut und Harn) genau austesten, um welche Erreger es sich handelt, mithilfe eines Darmultraschalls lassen sich Entzündungen lokalisieren. Der Arzt wird auch eventuelle Änderungen in den Enrährunsgewohnheiten abklären.

Wann wird Durchfall gefährlich?

Bei Säuglingen sollte man umgehend zum Arzt, wenn beim Kind mehr als 5 dünne Stühle pro Tag auftreten - bei Kleinkindern sind es mehr als 3 dünne Stühle täglich. Etwa 90% der Durchfälle verlaufen akut mit einer maximalen Dauer von 2 Wochen. Häufige Begleitsymptome sind Fieber, Übelkeit und Erbrechen, Bauchschmerzen und Appetitlosigkeit. Diese Beschwerden treten aufgrund des Flüssigkeits- und Elektrolytverlust auf, daher ist es sehr wichtig, dass die Kinder viel trinken um Austrocken zu vermeiden.

Therapie bei Durchfall

Einen akuten Durchfall, ob beim Säugling oder beim Kleinkind, behandelt man zunächst mit einem Tee-Tag: Geben Sie dem Kind nur einen dünnen schwarzen Tee oder Brombeerblätter-Tee bzw. Tee aus getrockenten Heidelbeeren.

Säuglingen und Kindern unter 5 Jahren mit leichter bis mäßiger Dehydration sollten neben mehr Flüssigkeit (Tees, Wasser…) spezielle Mittel gegen Austrocknen (in Form eines Fertigpulver für Elektrolytmischungen erhältlich in der Apotheke) erhalten. Kindern ab 5 Jahren helfen stark gezuckerte Tees, gesalzene, klare Suppen beim Auffüllen der fehlenden Flüssigkeitsreserven. Für Kinder gänzlich ungeeignet sind Cola-Getränke.

Zur symptomatischen Therapie eignen sich z. B. Probiotika oder für Kinder ab 2 Jahren auch Aktiv-Kohletabletten. Sind Bakterien oder Viren im Magen-Darm-Trakt aktiv, so entstehen dabei Stofvfwechselgifte. Aktivkohle bindet dieses Giftstoffe, die sich bei Viren- bzw. Bakterienaktivität bilden. Kinder können Aktivkohle in der empfohlenen Menge bedenkenlos – am besten in einem Glas Wasser gelöst – einnehmen. Der Einsatz von Antibiotika ist dagegen nur in Ausnahmefällen sinnvoll.

Was Sie zusätzlich tun können

Stillen, auch teilweises Stillen, stärkt das Immunsystem und bietet weitgehend Schutz vor akutem Durchfalll. Viren geraten in erster Linie über die Hände in den Mund und schließlich in den Darm, häufiges Händewaschen ist daher ein wichtiger vorbeugender Schutz: Wichtig ist eine gründliche Reinigung mit Seife, mehrmals am Tag.

Bei akutem Durchfall helfen folgende Tees:

  • Brombeerblätter: 2 EL Brombeerblätter mit ½ Liter kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, abseihen
  • Heidelbeeren: 5 TL getrocknete Heidelbeeren in ½ Liter kaltem Wasser ansetzen, zum Kochen bringen, etwa 10 Minuten kochen lassen, danach abseihen, 3 x täglich 1 Tasse Tee geben;
    Größere Kinder kauen 3 bis 5 getrocknete Heidelbeeren vor jeder Mahlzeit
  • Kamillentee: Gezuckerter Kamillentee hilft auch bei Darmbeschwerden

Nahrungsaufbau nach dem Durchfall

Langsamer Kostaufbau mit fettarmen Mahlzeiten: Kleinen Kindern hilft Reisschleim, geriebener Apfel und Karottengemüse, 1 Tag später können in kleinen Mengen auch Zwieback, Suppen und Reis gegeben werden. Auf Milchprodukte und Haferflocken ein paar Tage verzichten.

Quellen

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