gesund.at - Neuigkeiten

2017 wird ein Masernjahr

Kind wird geimpft
Der einzige Schutz gegen Masern ist die Impfung, allerdings sind 20.000 Kinder gar nicht geimpft, bei rund 40.000 Kindern fehlt die zweite Teilimfpung. (Picture-Factory - Fotolia.com)

Die Masern sind im Vormarsch: Bis 1. März wurden 64 Fälle gemeldet. Was vielen betroffenen Kindern und Erwachsenen oft fehlt, ist die zweite Teilimpfung (Masern-Mumps-Röteln).

Die 64 Masern-Erkrankungen sind in 6 Bundesländern aufgetreten: je 26 in Niederösterreich und in der Steiermark, zwei in Kärnten, sechs in Oberösterreich, je ein Fall in Tirol und in Vorarlberg sowie zwei Fälle in Wien.

Die Gründe dafür "Oft fehlt die zweite Teilimpfung der Masern-Mumps-Röteln-Impfung, also bei fast 39.000 Kleinkindern und mehr als 37.000 Schulkindern. Mehr als 20.000 Kinder sind gar nicht gegen Masern geimpft", warnte Impfspezialist und Tropenmediziner Univ.-Prof. Herwig Kollaritsch kürzlich bei der Fortbildungswoche der Österreichischen Apothekerkammer in Schladming. Niedrigere Durchimpfungsraten zeigen sich auch bei jungen Erwachsenen, geboren in den 1990er-Jahren, und etwa ein Drittel der Geburtsjahrgänge vor 1990 sind nur einfach geimpft.

Masern sind nicht harmlos

Die Masernviren werden durch das Einatmen infektiöser Tröpfchen (Sprechen, Husten, Niesen) oder durch direkten Kontakt mit infektiösen Nasen-/Rachensekreten übertragen. Sie sind keine harmlose Kinderkrankheit, sie sind extrem ansteckend und schwächen das Immunsystem für lange Zeit.

Masern begünstigen auch die Entstehung von Folgeerkrankungen wie Krampfanfälle, Mittelohr,- Lungen,- und Gehirnhautentzündung. Bei Kindern unter 1 Jahr und im Erwachsenenalter besteht ein besonderes Risiko für einen schweren Verlauf. Eine spezifische Therapie gegen Masernviren gibt es nicht, der einzig wirksame Schutz vor einer Infektion ist die Impfung.

Die Schwachen schützen

Prof. Kollaritsch: "Impfen schützt nicht nur den Einzelnen. Je mehr Menschen alle notwendigen Teilimpfungen erhalten haben, desto geringer ist das Ansteckungsrisiko für Nichtgeimpfte - man nennt das Herdenschutz. Das hilft vor allem Menschen, die nicht geimpft werden können, weil sie zu jung sind, z.B. Neugeborene, oder weil sie ein schwaches Immunsystem haben."

Gegen HPV vorgehen

Weiter verbessert werden sollte in Österreich laut Prof. Kollaritsch auch die Durchimpfungsrate bei Kindern und Jugendlichen mit dem HPV-Impfstoff (Humane Papillomaviren) gegen Gebärmutterhalskrebs und mehrere andere bei beiden Geschlechtern vorkommende Krebserkrankungen (HNO-Karzinome etc.) sowie gegen Genitalwarzen. “Es gibt Anwendungsdaten aus Australien über zehn Jahre. Dort wurde eine Verringerung der HPV-Infektionsrate um 80 Prozent erreicht. Man sieht den Effekt auch in der Verringerung der Gebärmutterhalskrebs-Vorstufen”, betonte der Experte.

Mit dem neuen HPV-Impftstoff gegen 9 Virenstämme, der auch im Gratis-Impfprogramm für Kinder und Jugendliche in Österreich eingesetzt wird, ergibt sich ein Schutz gegen 90 Prozent aller Human Papiloma Virus-Stämme, die an der Entstehung von Krebs beteiligt sind.

Quellen

  • 50. Fortbildungswoche der Österreichischen Apothekerkammer für AptherkerInnen in Schladming

Mehr zum Thema