Diabesity als neues Phänomen des Wohlstands

Durch gesunde Ernährung kann Diabetes in Schach gehalten werden. (ratmaner - Fotolia.com)

In wohlhabenderen Gesellschaften etabliert sich Diabetes langsam aber sicher als Volkskrankheit. Passend dazu ist der Begriff "Diabesity", der auch am Welttag der Krankheit in den Fokus rückt.

Wovor Experten bereits seit Jahren warnen, ist zumindest in Österreich mittlerweile eingetreten. Diabetes hat sich zum gesamtgesellschaftlichen Problem entwickelt, Schätzungen zufolge ist bereits jeder Zehnte betroffen. Nur in 10% der Fälle handelt es sich um den angeborenen Typ 1, alle anderen österreichischen Diabetiker haben mit Typ 2 zu kämpfen.

Geht es uns zu gut?

Dieser entsteht im Laufe des Lebens, gefährdet sind vor allem besonders übergewichtige Menschen. In diesem Zusammenhang wird gerne auch der Begriff "Diabesity" verwendet, der auf das englische Wort für Übergewicht - "obesity" - anspielt. Mehr als die Hälfte aller Österreicher dürften, nach den Normen des Body Mass Index gerechnet, zumindest leicht übergewichtig sein. Nicht zu Unrecht wird Typ 2 Diabetes daher oftmals als Wohlstandskrankheit bezeichnet.

Drei Dimensionen

Angesichts des Welttages der Stoffwechselkrankheit am 14. November identifiziert die Österreichische Diabetes Gesellschaft 3 Dimensionen der Bekämpfung. Zu Grunde liegt die medizinische Dimension, auf der mit Hilfe von individuellen Behandlungsstrategien vor allem kritische Folgekrankheiten verhindert werden sollen. Mit der soziokulturellen Dimension sind einerseits weit verbreitete, kritische Einstellungen der Gesellschaft gemeint. Andererseits geht es aber auch darum, der steigenden Stigmatisierung von Diabetikern entgegen zu wirken.

Überall gibt’s was zu essen

Relativ unterschätzt ist die infrastrukturelle Dimension, auf der sich viele Ursachen für den Anstieg von Diabetes finden. Dass Essen praktisch überall und fast jederzeit verfügbar ist, kann eben auch seine Nachteile haben. Die Österreichische Diabetes Gesellschaft nennt auch die Verkehrsinfrastruktur als Problematik, schließlich seien auch kurze Wege mit öffentlichen Fahrzeugen zurückzulegen.

Lifte schließen?

Außerdem gebe es in den meisten Gebäuden Lifte und Rolltreppen, womit der Bewegungsmangel gefördert werden würde. Gerade in diesem Punkt scheint eine Reaktion aber wenig sinnvoll. Menschen mit körperlicher Behinderung müssen nach wie vor um ihre Mobilität im öffentlichen Raum kämpfen. Selbst ein leichter Rückgang der Verkehrsinfrastruktur würde diese Bevölkerungsgruppe wohl äußerst hart treffen.

Ein bisschen Sport muss sein

Allen politischen Maßnahmen zum Trotz ist am Ende ohnehin jeder für sich verantwortlich. Im Grunde ist es alles andere als kompliziert, sich vor Typ 2 Diabetes zu schützen. Wer auf eine ausgewogene Ernährung achtet und sich regelmäßig körperlich betätigt, hat im Regelfall auch sein Gewicht im Griff. Bei ersten Anzeichen - vermehrter Harndrang, erhöhtes Durstgefühl, Antriebslosigkeit - sollten Sie einen Arzt aufsuchen. In der Frühphase der Erkrankung ist bei entsprechenden Maßnahmen eine Heilung durchaus möglich.

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