#NotJustSad: Depression per Twitter

#NotJustSad: Depression per Twitter:
Mit Twitter anderen Menschen mit Depression Mut machen. (aurora - Fotolia.com)
Twitter-Storm: #notjustsad. Berlinerin twittert über ihre Depression. Tausende Twitter-User machen mit und sprechen öffentlich über ihre Erkrankung.

Die Berlinerin Jana Seelig ist depressiv, seit sie 16 Jahre alt ist. Ihre Diagnose erhielt sie jedoch erst 6 Jahre später, mit 22. Davor bekam sie immer wieder zu hören: "Du bist halt einfach schlecht drauf." Nun twittert sie regelmäßig über ihre Krankheit und ihren Alltag damit. Sie möchte gesunden Menschen klar machen, wie es sich anfühlt, depressiv zu sein und dass eine Depression mehr ist, als nur "einen schlechten Tag zu haben". So entstand der Hashtag: #NotJustSad.

Depressiven Menschen das Gefühl geben, nicht alleine zu sein

Der Weg zur richtigen Diagnose bei Depressionen ist teilweise lange. Gerade Menschen im unmittelbaren Umfeld wollen oft nicht wahrhaben, dass eine Person mit Depressionen Hilfe benötigt. Jenna Shotgun, wie sich Jana Seelig auf Twitter nennt, hat dazu eine klare Ansage:

"Wenn ihr selbst keine Depressionen habt, dann dürft ihr auch nicht mitreden und uns sagen, wie es uns zu gehen hat und was wir tun sollen." #NotJustSad

Positive Reaktion von Twitter-Usern

Jenna Shotgun, die sich von ihrer eigenen Familie nicht immer verstanden fühlt, erhielt viel Unterstützung im Netz. Auf Twitter meldeten sich zahlreiche andere, die ebenfalls an Depression erkrankt sind, erstmals öffentlich zu Wort. Sie sind sich einig: Depression ist kein Grund, sich zu schämen.

Psychische Erkrankungen in Österreich

An Depression sind in Österreich mindestens 500.000 Menschen erkrankt - die Dunkelziffer dürfte noch höher sein. Genaue Statistiken sind nicht immer einfach zu erstellen, da sich oft mehrere psychische Erkrankungen überschneiden, etwa Angststörungen und Depression. Des Weiteren zeigen sich viele Depressionen primär in psychosomatischen Symptomen, wie Rückenschmerzen oder Migräne.

Hoffnung trotz steigender Depression

Die Krankenstandstage aufgrund von psychischen Erkrankungen steigen kontinuierlich an. Waren es im Jahr 2.000 noch 17,2 Personen von 1.000 Erwerbstätigen, waren 2013 schon 27,3 Personen aufgrund ihrer Psyche nicht in der Lage, an der Arbeit teil zu nehmen. Dabei sind gerade Erkrankungen wie Depressionen gut behandelbar, wenn man ihnen ins Auge sieht.  Psychotherapie, Antidepressiva und Sport werden in der Therapie eingesetzt. Damit sich Menschen mit Depression schneller Hilfe holen, twittert Jenna Shotgun mit ihrer mutigen Botschaft weiter:

Ich bin nicht einsam. Ich habe einen Job. Ich habe eine Wohnung. Ich habe stabile Beziehungen. Und trotzdem bin ich depressiv. #NotJustSad

Quellen

Mehr zum Thema