Dengue-Fieber - Verbreitung in Europa steigt an

Dengue Fieber: Tigermücke sticht Mensch
Das Dengue-Fieber wird von Tigermücken übertragen und tritt vor allem in tropischen Ländern wie Brasilien auf. (Henrik Larsson - Fotolia.com)
Der Weltgesundheitstag am 7. April steht im Zeichen der Vektorkrankheiten, dazu zählt auch das durch die Tigermücke übertragene Dengue-Fieber. Laut WHO steigt das Risiko, dass sich das Virus stärker in Europa verbreitet.

Ärzte und Wissenschafter befürchten, dass die Fußball-WM, die heuer von 12. Juni bis 13. Juli in Brasilien stattfindet, eine stärkere Verbreitung des Dengue-Fiebers in Europa bewirken könnte. Fußballfans könnten das Virus aus Südamerika per Flugzeug und Schiff in die europäischen Länder bringen. In Brasilien tritt Dengue sehr häufig auf - das Land zählt zu den Hauptrisikogebieten für eine Infektion mit dem Virus.

Wie verbreitet sich das Dengue-Fieber?

Dengue verbreitet sich durch Reisende, die mit Erregern infiziert wurden oder die Stechmücken oder deren Larven aus Regionen mit Dengue-Fieber nach Europa einschleppen. Im Jahr 2012 wurden 74 Infektionen in Österreich registriert, 2010 wurden bereits Fälle aus Kroatien und Frankreich gemeldet. Die Erkrankung ist nicht von Mensch zu Mensch ansteckend, sondern kann ausschließlich über infizierte Stechmücken übertragen werden. Asiatische Tigermücken sind mittlerweile auch in Europa - sogar im österreichischen Inntal - beheimatet.

Dengue in Österreich - WM als Risiko?

In Österreich ist Dengue eine meldepflichtige Krankheit, alle Fälle werden registriert und aufgezeichnet, um eine mögliche Verbreitung erfassen und eindämmen zu können. Im Sommer werden unzählige Fußballbegeisterte aus Österreich zur WM nach Brasilien einreisen und könnten womöglich Dengue-Viren in die Heimat einschleppen.

Wie lässt sich eine Infektion vermeiden?

Einen Impfstoff gegen das Dengue-Fieber gibt es derzeit noch nicht - allerdings befindet sich eine Reihe von möglichen Impfstoffen in klinischer Prüfung.

Tigermücken halten sich gerne in Wassernähe (Sümpfe, Tümpel, Fluss- und Seeufer) auf und stechen vor allem tagsüber und am frühen Abend. Es ist ratsam, zu den aktiven Tageszeiten der Insekten ein Schutzmittel aufzutragen, das die Mücken fernhält. Wer bei einem Aufenthalt in einem entsprechenden Risikogebiet für Dengue grippeähnliche Beschwerden bemerkt, sollte sich sobald als möglich an einen Arzt wenden und die Möglichkeit einer Dengue-Infektion erwähnen.

Wie erkennt man eine Infektion mit Dengue?

Dengue wird als Vektorkrankheit bezeichnet, "Vektor" steht für das Insekt, das der Überträger von Infektionskrankheiten sein kann. Durch klimatische Veränderungen verschiebt sich der Lebensraum dieser Tiere, der Vektor tritt dann auch in anderen Ländern auf und verbreitet "exotische Krankheiten". Das Dengue-Fieber ist eine Infektionskrankheit der Tropen und Subtropen und wird durch das Dengue-Virus verursacht, das Stechmücken (hauptsächlich Tigermücken) in sich tragen können. Vor allem Menschen, die sich in Südostasien, am westlichen Pazifik, in Afrika oder Südamerika aufhalten, sind gefährdet.

Die Erkrankung beginnt mit einem plötzlichen Fieberanstieg auf 39 bis 40 Grad. Begleitet wird das Fieber von Erbrechen, Muskel- und Gelenkschmerzen. Als Komplikation kann das sogenannte hämorrhagische Dengue-Fieber oder der Dengue-Schock auftreten, die im schlimmsten Fall zu einem Kreislaufversagen führen. Unbehandelt verläuft das hämorrhagische Dengue-Fieber bzw. der Dengue-Schock bei 20 % der Patienten tödlich. Die Diagnose wird aufgrund der typischen Beschwerden gestellt und durch eine Blutuntersuchung nachgewiesen.

Weiterführende Informationen

Quellen

ICD-10: A90, A91