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Studie: Ist Daumenlutschen gesund?

Daumenlutschen ist bei Eltern nicht unbedingt beliebt, aber womöglich gesund. (Jan Schumann - Fotolia.com)

Nägelkauen und Daumenlutschen galten bislang als eher verzichtbare Angewohnheiten von Kindern. In einer neuen Studie zeigt sich aber, dass dadurch das Risiko auf Allergien sinkt.

Schon in der legendär makabren Geschichtensammlung rund um den Struwwelpeter wird das Daumenlutschen verteufelt. Während hier einem Jungen zur Strafe gar der Daumen abgeschnitten wird, dürften die Erziehungspraktiken in der Realität etwas harmloser ausfallen. Das ändert aber nichts daran, dass Eltern das Herumnuckeln an den Fingern auch heute noch nicht gerne sehen. Auch Nagelbeißen genießt keinen allzu guten Ruf, doch das könnte sich schon bald ändern.

Allergien seltener

Denn Wissenschafter einer neuseeländischen Universität wollen nun herausgefunden haben, dass diese beiden unbeliebten Angewohnheiten im Kindesalter vor der Entwicklung von Allergien schützen können. Bei der Untersuchung wurden die Daten von mehr als 1000 Menschen analysiert. Von jenen, die als kleine Kinder keine der beiden verschmähten Angewohnheiten hatten, entwickelten später 49% mindestens eine Allergie. Jene, die früher entweder Nägel gekaut oder am Daumen gelutscht hatten, waren hingegen nur zu 38% betroffen. Bei denen, die beides regelmäßig taten, waren es sogar nur 31%.

Nutzen noch unklar

Die Studienautoren vermuten, dass der verstärkte orale Kontakt mit verschiedenen Bakterien praktisch zu einer Art Immunität verhelfen kann. Dennoch wollen sie Eltern nicht dazu ermutigen, diese Angewohnheiten zu fördern. Untersucht wurden nämlich ausschließlich Allergien, die mittels Hauttests festzustellen sind - so wurde beispielsweise Heuschnupfen nicht berücksichtigt. Prinzipiell sei die Studie eher als Ausgangspunkt für weitere Untersuchungen zu sehen. Ob Nägelkauen und Daumenlutschen tatsächlich einen positiven Nutzen habe, sei noch unklar.

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