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Mit Liebes-Apps wird das Ego zu Tode gedatet

Ob wir nach rechts oder links gewischt werden, kann unser Selbstvertrauen wesentlich beeinflussen. (Kaspars Grinvalds - Fotolia.com)

Dating-Apps wie Tinder versprechen einen schnellen Weg zur großen Liebe. Für unser Selbstvertrauen ist die oberflächliche Partnersuche aber leider wenig förderlich.

Dating-Apps, die nicht zuletzt einmalige sexuelle Begegnungen ermöglichen sollen, wurden noch vor kurzem heftig diskutiert. Während viele Menschen das muntere Auswählen möglicher Dating-Partner aufregend fanden, hielten andere das Ganze für eine recht niveaulose Angelegenheit. Die große Aufregung ist seither verschwunden, zumindest Tinder dürfte sich aber einigermaßen in der Gesellschaft etabliert haben. So spannend das Konzept zunächst wirken mag, unserem Ego tut es scheinbar gar nicht gut.

Mehr Tinder, weniger Selbstvertrauen

Das zumindest wollen Forscher an einer Universität im US-amerikanischen Texas herausgefunden haben. Untersucht wurden mehr als 1.300 Studenten, die teilweise Tinder-Nutzer waren. Wer regelmäßig die beliebte Dating-App verwendete, zeigte bei den klassischen Indikatoren für ein gesundes Selbstvertrauen stark unterdurchschnittliche Werte. Insbesondere bei Männern scheint das Ego unter der plumpen Suche nach dem richtigen Partner zu leiden.

Rechts oder links?

Bei Tinder werden einem je nach Vorliebe männliche oder weibliche Nutzer vorgeschlagen, die sich im selben Umkreis aufhalten. Noch ehe man außer ein paar Bildern und einem winzigen Text irgendetwas erfährt, muss man sich bereits entscheiden: Bei fehlendem Interesse wischt man nach links und sagt damit praktisch ab. Wischt man hingegen nach rechts, hofft man auf gegenseitiges Interesse und kann bei Erfolg mit dem Fremden zu chatten beginnen.

Wenn das Ego bricht

Schnell wird klar, dass eine Ansammlung von Absagen wohl vor allem das Vertrauen in die eigenen optischen Qualitäten schwächt. Dieser starke Fokus auf reine Oberflächlichkeit kann langfristig wohl auch den größten Narzissten ins Grübeln bringen. Insofern stellten die Ergebnisse für die Forscher keine Überraschung dar, allerdings hatten sie bei Frauen einen stärkeren Effekt erwartet. Dass das Selbstvertrauen der Männer scheinbar noch mehr leidet, rückt auch gängige Diskussionen rund um soziale Netzwerke in ein neues Licht.

Männliche Essstörungen

Denn in diesem Kontext wird gerne darüber spekuliert, inwiefern über Instagram & Co. transportierte Bilder die körperlichen Ideale von jungen Frauen prägen. Vertreter des anderen Geschlechts kommen in dieser Debatte hingegen meistens zu kurz. Beachtet werden sollte, dass typische Folgeerscheinungen wie etwa Essstörungen auch bei jugendlichen Burschen häufiger werden.

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