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Gute Darmflora schützt vor Lebensmittelallergien

Gute Darmflora schützt vor Lebensmittelallergien: Ganze und geschälte Erdnüsse.
Erdnussallergien kommen häufig vor. Forscher sagen nun, dass die Darmflora einen Einfluss darauf hat. (yurakp - Fotolia.com)

Forscher aus Chicago fanden heraus, dass bestimmte Mikroorganismen im Darm in der Lage sind, vor Lebensmittelallergien zu schützen. Sie stellen eine Barriere dar und verhindern damit, dass Allergie-auslösende Stoffe von dort ins Blut gelangen.

Die Rede ist von Mikroorganismen der Clostridia-Klasse und laut Experten bestünde daher die Möglichkeit, Lebensmittelallergien, mittels Probiotika entgegenzutreten. Allergien gegenüber Lebensmitteln haben bei Kindern in den letzten Jahren um 18 % zugenommen. Ursachen dafür dürfte es mehrere geben, z.B. die veränderte Darmflora - ua. als Folge von fettreicher Ernährung. Das hat auch eine Verminderung der genannten Mikroorganismen zur Folge. Diese haben aber Einfluss auf die Produktion bestimmter Immunzellen, die wiederum die Durchlässigkeit der Darmschleimhaut regulieren und so Lebensmittelallergien zu verhindern.

Mikroorganismen machen Darmschleimhaut undurchlässiger

Laut Cathryn Nagler von der Universität Chicago sorgen Clostridia-Bakterien dafür, dass große Mengen Interleukin-22 produziert werden. Das ist ein Signalstoff, der die Durchlässigkeit der Darmschleimhaut reguliert. Die Forscher fanden im Rahmen eines Experiments an Mäusen heraus, dass die Sensibilität gegenüber Lebensmittelallergenen mit der Abnahme von Clostridia-Bakterien angestiegen ist. Die Wissenschafter rund um Cathryn Nagler folgern daraus, dass die Beschaffenheit der Darmflora in einem direkten Zusammenhang mit Lebensmittelallergien steht. Die Ursachen für die veränderte Darmflora liegen vor allem in fettreicher Ernährung und der vermehrten Einnahme von Antibiotika.

Aus dieser Erkenntnis heraus könnte sich die Möglichkeit ergeben, Lebensmittelallergien - die ohnehin schwer behandelbar sind - zukünftig mittels Probiotika zu behandeln. Weitere Untersuchungen seien aber noch notwendig.

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  • Redaktionelle bearbeitung Elisabeth Mondl
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