Dicke Luft in Büros: Erhöhte CO2-Werte bedenklich

Dicke Luft in Büros: Erhöhte CO2-Werte bedenklich: Büroraum mit Ventilator
Aktiv Schritte gegen schlechte Büroluft zu setzen, ist oft einfacher als gedacht. (HappyAlex - Fotolia.com)

Wie oft lüften Sie im Büro? Bei schlechter Luft, lässt es sich weniger gut arbeiten. Eine Studie zur Raumluftqualität in österreichischen Büros zeigt: Büros sind oft zu kohlendioxidreich, zu trocken, und zu kalt.

Besonders in der nun bevorstehenden Heizsaison wird sich die Situation weiter zuspitzen. Zu seltenes Lüften führt zu einem erhöhten CO2-Wert, während zu häufiges Lüften die Innenräume stärker auskühlt. Das Raumklima wirkt sich aber nicht nur unvorteilhaft auf das Wohlbefinden der Mitarbeiter aus, sondern kann auch direkt zu Produktivitäts- und somit Gewinneinbußen für Unternehmen führen. Schließlich bestehen zwischen dem Raumklima und den krankheitsbedingten Fehltagen klar messbare Zusammenhänge.

Messgerät kann die Luftqualität verbessen

Am Land liegt die CO2-Konzentration durchschnittlich bei 360 ppm (parts per million), in der Stadt bei 550ppm. Für Innenräume liegt der Wert, ab dem ein Unwohlbefinden eintritt, bereits bei 1000 ppm. Eine Studie der Plattform "Meine Raumluft" erhob zu unterschiedlichen Zeiten mehrmals die Werte in verschiedenen österreichischen Büros, und kam zu dem Schluss, dass die Situation vor allem in Meeting-Räumen bedenklich sei. Eine gute Nachricht ist jedoch, dass schon durch das Anbringen eines Messgeräts eine Bewusstseinsveränderung eintritt, die zu einem neuen Verhalten der Büromitarbeiter führen kann. Bei der Studie lüfteten Mitarbeiter häufiger, sobald ein Messgerät den mangelhaften Zustand der Luft visuell veranschaulichte.

Temperatur und Luftfeuchtigkeit ebenfalls optimierbar

Die optimale Raumtemperatur für ein Büro liegt bei 20 - 22 Grad Celsius, der Luftfeuchtigkeitsgehalt bei 40 - 60 %. Auch dieser Wert ist leicht messbar und somit veränderbar. Zu warme Büros vermindern die Leistungsfähigkeit, während zu kalte Räume das Immunsystem schwächen können. Sind die Räume zu trocken, belastet dies die Atemwege, während zu feuchte Räume die Schimmelbildung begünstigen, was gerade für Allergiker bedenkliche Auswirkungen haben kann.

Ebenfalls wichtig: Ionenkonzentration

Ein Messwert, der ebenfalls das Wohlbefinden fördert, ist die Ionenkonzentration, auch wenn dieser Faktor bis dato weniger bekannt ist. Die positiv bzw. negativ geladenen Luftteilchen sind besonders zahlreich in der Natur vorhanden, weshalb z.B. ein Spaziergang im Wald als besonders regenerierend empfunden wird. Dies ist tatsächlich so: Sind genügend Ionen in der Luft vorhanden, wird das Blut besser mit Sauerstoff angereichert. Dies wiederum führt zu einer verbesserten Organfunktion, einer Stärkung des Herz-Kreislauf-Systems, und einer erhöhten Nährstoffverarbeitung. Bewegung, z.B. nach einem langen Arbeitstag, verstärkt diesen Prozess. Aber genügend Ionen im Büro fördern auch während der Arbeit die Gesundheit.

Das Fazit der Studie besagt, dass in österreichischen Büros in Punkto Raumluft definitiv Verbesserungsspielraum besteht. Die gute Nachricht ist jedoch, dass mit relativ geringem finanziellem und personellem Aufwand das Niveau der Arbeitsplatz-Gesundheit angehoben werden kann. Ein entsprechendes Messgerät kann daran erinnern, Räumlichkeiten je nach Bedarf zu belüften und die Temperatur zu regulieren. Falls das Büro häufig zu trocken ist, schafft ein Luftbefeuchter Abhilfe. Davon profitieren Arbeitsgeber und Arbeitsnehmer gleichermaßen.

Quellen

Mehr zum Thema