CED-Selfie-Trend: Get your Belly out

get yout belly out: Mädchen macht Selfie
Betroffene fotografieren Operationsnarben und Kolostomiebeutel für die Aktion "getyoutbellyout". (Montage: Screenshots Facebookseite GetYourBellyOut)
Selfies - meist mit dem Smartphone aufgenommene Selbstportraits, haben sich zu einem wahren Hype entwickelt. Vor dem Hintergrund, auf chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) aufmerksam zu machen, stellen Betroffene Fotos ihrer operierten Bäuche ins Netz.

Das Model Bethany Townsend setzte die Initialzündung der Social-Media-Kampagne. Sie war die erste, die ein bauchfreies Selfie samt Kolostomiebeutel ins Netz stellte. Mittlerweile ist von einem Massenphänomen die Rede, Tausende weitere haben sich angeschlossen und tun es ihr gleich. Ziel der Aktion ist eine gesteigerte Aufmerksamkeit gegenüber chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen - Alleine in Österreich gibt es mehr als 40.000 Betroffene. Ihnen soll die Kampagne zugleich als Plattform für Rat und Austausch dienen.

CED ist gut behandelbar

Morbus Crohn und Colitis ulcerosa und das Reizdarmsyndrom zählen zu den chronisch entzündlichen Darmekrankungen (CED). Sie sind bis heute - trotz intensiver Forschung - nicht heil-, aber durch Behandlung gut kontrollierbar. CED beginnen meist im Jugend- und jungen Erwachsenenalter und stellen für Betroffene damit eine lebenslange Belastung dar. Denn durch die Entzündungen im Darm kommt es zur Bildung von Geschwüren, Engstellen und Fisteln. Die Folge ist ein stark beeinträchtigter Alltag. Bis zu 20-mal täglich die Toilette aufsuchen zu müssen macht den Alltag unberechenbar. Das Abbrechen sozialer Kontakte ist häufig die Konsequenz. Betroffene haben mit folgenden Symptomen zu kämpfen:

  • Ständiger Durchfall
  • Bauchschmerzen
  • Gewichtsabnahm
  • Fieber
  • Gelenksschmerzen
  • Operationen (stark betroffene Darmabschnitte müssen entnommen werden)

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen können den gesamten Verdauungstrakt - vom Mund bis zum Anus - betreffen.

10-mal so viele CED-Betroffene als vor 50 Jahren

Ursachen für chronisch-entzündliche Darmerkrankungen gibt es mehrere. Sie können in der Genetik und in Veränderungen der Darmflora liegen, aber auch auf Umwelt- und immunologische Faktoren zurückzuführen sein. In entwickelten Staaten ist die Zahl der Betroffenen in den letzten 50 Jahren um das 10-15-fache gestiegen. Experten sehen die Ursache für diesen Anstieg in:

  • ungesunder und einseitiger Ernährung
  • im städtischen Lebensumfeld
  • in der vermehrten Einnahme von Medikamenten
  • im Rauchen
  • im erhöhten Stress

Die Kampagne "Get your Belly out" setzt auf Dialog nach innen und außen indem sie Außenstehende informiert und Betroffenen unterstützend zur Seite steht.

  • Autor
  • Redaktionelle bearbeitung Elisabeth Mondl
  • Erstellungsdatum

Quellen

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