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Cannabis: Löst auch Nikotin Psychosen aus?

Löst Nikotin Psychosen aus?
Die Wissenschafter gehen davon aus, dass Nikotin ebenso wie Cannabis das Risiko erhöht, psychische Krankheiten zu bekommen. (nikkytok - Fotolia.com)

Eine Studie belegt erstmals den Zusammenhang zwischen Nikotin-Konsum und dem Auftreten von Psychosen. Von Cannabis ist diese Auswirkung bereits bekannt.

Laut der Untersuchung an 1.756 Jugendlichen brachten regelmäßiger Cannabis- und Zigarettenkonsum eine ähnlich hohes Risiko mit sich, psychische Erkrankungen wie z.B. Psychosen auszulösen. Lediglich eine besonders starke Form von Cannabis, umgangssprachlich "Skunk" genannt, erwies sich als noch gefährlicher. Teenager, die zu Skunk statt regulärem Cannabis oder Zigaretten greifen, erkranken deutlich öfters psychisch. Die Wissenschafter vermuten daher, dass Nikotin-"Genuss" für Jugendliche genauso gefährlich ist wie der Konsum schwacher Cannabis-Produkte. Am psychisch gesündesten sind Nichtraucher, die keine Drogen konsumieren.

Kiffer rauchen auch

In der Auswertung der Befragung stießen die Forscher auf ein Problem: Viele der Jugendlichen, die regelmäßig Cannabis konsumierten, rauchten auch Zigaretten bzw. mischten Tabak in das Cannabis. Dadurch ist es statistisch schwierig, die Auswirkungen von Nikotin und Cannabis auf die psychische Gesundheit genau herauszufinden. Umgekehrt nehmen aber nicht alle Raucher Cannabis zu sich. Die Wissenschafter gehen daher davon aus, dass Nikotin ebenso wie Cannabis das Risiko erhöht, psychische Krankheiten zu bekommen.

Kiffen und Rauchen als Selbst-Therapie?

Die Studie belegt nicht eindeutig, dass Nikotin oder Cannabis tatsächlich für das Entstehen von Psychosen verantwortlich ist. Bewiesen wurde lediglich ein statistischer Zusammenhang zwischen kiffen, rauchen, und der Entstehung von Psychosen. Denkbar wäre als Erklärung auch, dass ohnehin schon psychisch erkrankte Jugendliche eher zu Zigaretten und Joints greifen. Nikotin und Cannabis könnten also fälschlicherweise als ein Versuch der "Selbst-Therapie" gesehen werden, zu der Teenager greifen, anstatt ärztliche Hilfe aufzusuchen. In diesem Fall könnte eine Psychotherapie und Medikamente dazu beitragen, einen Rauch-Stopp oder Cannabis-Verzicht zu erleichtern.

Quellen

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