Hat Bindegewebe Einfluss auf das Brustkrebsrisiko?

Brustkrebs (Mammakarzinom): Nahaufnahme Frauenoberkörper
Künftig könnte eine Analyse des Bindegewebes der Brust Aufschluss über das Krebsrisiko geben. (drubig-photo - Fotolia.com)
Das Bindegewebe beeinflusst das Wachstum von Tumoren. Mit einem neuen Auswertungsverfahren gelang es, in Gewebeproben krebsfördernde Zellaktivitäten nachzuweisen.

Der Bioanalytiker Christopher Gernerder Universität Wien untersuchte, was das Bindegewebe in der Brust über die Möglichkeit, Tumoren zu entwickeln, aussagt. Je nachdem, wie dieses Gewebes beschaffen ist, verändert sich die Wahrscheinlichkeit für Brustkrebs. Durch eine Entnahme und Analyse dieses Gewebes mit Hilfe eines Massenspektrometers ist es möglich, tumorfördernde Proteine zu messen.

Wundheilungsaktivität gibt über Tumorwachstum Aufschluss

Das Bindegewebe besteht aus verschiedenen Zellen, u.a. auch aus sogenannten krebsassoziierte Fibroblasten. Diese werden im gesunden Menschen dazu gebraucht, Wunden zu heilen. Deshalb sind sie besonders gut darauf ausgerichtet, Wachstum und Überleben der Zellen zu fördern. Bei einer Krebserkrankung wird jedoch genau diese Fähigkeit dazu "missbraucht", das Krebswachstum zu beschleunigen. Das Ausmaß der Wundheilungsaktivität kann demnach Aufschluss darüber geben, wie sehr ein auftretender Tumor von dem umliegenden Gewebe in seinem Wachstum gefördert würde. Geklärt ist allerdings nicht, ob:

  • Veränderungen im Geweben die Bildung von Tumoren begünstigen
  • oder ob bereits vorhandene Tumorzellen das Bindegewebe verändern

Klinisch noch lange nicht anwendbar

Für diese Untersuchung wird Gewebe mit einer Nadelpunktion entnommen, was medizinisch keinen schwerwiegenden Eingriff darstellt. Jedoch betont Christoph Gerner, dass das Analyse-Verfahren noch nicht auf die klinische Anwendung übertragen werden kann. Theoretisch könnte aber bei jedem Patienten erhoben werden, wie die Wundheilungsaktivität ausgeprägt ist. Das könnte die Prognose einer Brustkrebserkrankung beeinflussen, oder im gesunden Menschen die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung voraussagen.

Zudem schaffen die Analysen des Tumor-Umfeldes vielleicht neue Therapiemöglichkeiten. Denn wenn die Tumor-fördernde Wirkung des umliegenden Gewebes mit einem Medikament gehemmt wird, könnte Tumorwachstum verlangsamt oder ganz gestoppt werden.

Quellen

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