Mythos widerlegt: BHs lösen nicht Brustkrebs aus

Mythos widerlegt: BHs lösen nicht Brustkrebs aus: Eine Frau von hinten. In der rechten Hand hält sie einen BH.
Der Mythos, wonach BHs Brustkrebs auslösen, wurde widerlegt. (leszekglasner - Fotolia.com)
Dass BHs Brustkrebs auslösen können war bisher im Gespräch. Lymphbahnen sollen abgeklemmt werden und den Abtransport von schädlichem Zellabfall erschweren. Eine neue Studie beweist dass das nur ein Mythos ist.

Wissenschafter des Fred Hutchinson Krebsforschungsinstituts hatten dazu 1.500 Frauen mit und ohne Brustkrebs hinsichtlich ihrer Gewohnheiten beim Tragen von BHs befragt.  Anhand der damit erhobenen Daten - wie etwa der täglichen Tragedauer, die Benützung von Bügel-BHs, usw. - konnte das Team rund um Lu Chen keinen Zusammenhang zwischen dem Tragen von Bügel-BHs und der Entstehung von Brustkrebs feststellen und den Mythos damit weiter entkräften. Die Forscher sind erleichtert, dass die neuen Erkenntnisse die Aufmerksamkeit auf echte Risikofaktoren, wie Ernährungsgewohnheiten und Vorsorgeuntersuchungen lenken.

Brustkrebs-Mythos hält sich seit 23 Jahren

Den Stein ins Rollen gebracht, hat eine mangelhafte Harvard-Studie aus dem Jahr 1991. Diese hatte  einen vermeintlichen Zusammenhang aufgezeigt, wichtige Faktoren wie Alter und Gewicht allerdings außer Acht gelassen. Ein 4 Jahre später erschienenes Buch namens "Dressed to Kill - The Link between Breast Cancer and Bras" hat zu einer weiterer Verunsicherung geführt.

Außerdem taucht immer wieder das Argument auf, wonach Brustkrebs in Entwicklungsländern seltener auftrete als in Industrienationen. Das stimmt zwar, allerdings ist nicht der Faktor "BH" der Grund. Experten sehen die Ursache dafür stattdessen in mangelnder Bewegung, Übergewicht und der Tatsache, dass Brustkrebs in Ländern mit schwächerer medizinischer Infrastruktur generell seltener entdeckt wird.

Experten begrüßen die Widerlegung des Brustkrebs-Mythos

Der medizinische Direktor der Amerikanischen Krebsgesellschaft, Ted Gansler, zeigt sich über die neuen Erkenntnisse erleichtert. Sie waren notwendig, um nicht weiterhin Angst zu schüren. Gleichzeitig hofft er, dass echte Risikofaktoren und Präventionsmaßnahmen, wie z.B. Ernährung und Vorsorge-Screenings dadurch näher in den Fokus der Aufmerksamkeit gelangen und Brustkrebs auf diesem Weg wirksam vorgebeugt werden kann.

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  • Redaktionelle bearbeitung Elisabeth Mondl
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