Krebs durch Brustimplantate?

Krebs durch Brustimplantate?: Arzt hält Silikonkissen in Hand und zeigt es Patientin
Sehr selten entwickeln Frauen nach einer Brustvergrößerung bösartige Lymphome am Narbengewebe. (stokkete - Fotolia.com)
Selten kommt es vor, aber dennoch: In manchen Fällen führen Brustimplantate zu Lymphdrüsenkrebs, so das der Ergebnis einer internationalen Studie. Eine Immunreaktion des Körpers auf das Silikon könnte der Grund sein.

Weltweit wurden 71 betroffene Frauen registriert, die als Spätfolge einer Brustvergrößerung eine bestimmte Form von Lymphdrüsenkrebs, ALCL (Anaplastic Large Cell Lymphoma), entwickelten. Die bösartigen Tumoren bilden sich im Narbengewebe rund um das Implantat und machen sich meist über Lymphome bemerkbar. Das sind schmerzlose Schwellungen der Lymphknoten in Achselhöhlen, Hals oder im Leistenbereich. In fast allen Fällen gelten Transplantate der Brust aber als sicher: Nur bei 1 bis 6 Frauen von 3 Millionen treten die Wucherungen nach einer OP auf. Erkrankte haben trotz des eher aggressiven Krebses gute Heilungschancen.

Erkrankung 10 Jahre nach Transplantation

Die spezielle Art von Lymphdrüsenkrebs betrifft normalerweise Weichgewebe, Lunge, Haut oder Leber. An der Brust wurden die Tumoren fast ausschließlich als Spätfolge einer Brustvergrößerung mit Transplantaten beobachtet. Bei den Betroffenen dürfte sich außerdem eine spezielle Unterart von ALCL entwickeln.

Der Krebs brach bei den meisten Frauen rund 10 Jahre nach der Operation aus und gilt daher als Spätfolge. In anderen Studien konnten Forscher keine anderen Krebsarten aufgrund von Brustimplantaten beobachten. Die extrem seltene Form des Lymphdrüsenkrebs gilt als einzig nachgewiesene.

Trotz aggressivem Krebs gute Überlebensrate

Die Gründe für die Entstehung des Lymphdrüsenkrebses nach einer Brustvergrößerung sind noch unklar. Es könnte sich jedoch um eine selten auftretende Immunantwort des Körpers auf die Implantate handeln. Bei einem Teil der Frauen bildeten sich die Tumoren nach Entfernung der Implantate und des befallenen Narbengewebes völlig zurück, andere benötigten Strahlen- und Chemotherapie. Die Überlebensrate ist trotz der relativ aggressiven Krebsart hoch. Weitere Studien zur genauen Ursachenabklärung sind noch ausständig.

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  • Redaktionelle bearbeitung Elisabeth Mondl
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Quellen

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