Babypflege - Babys zarte Haut schützen

Babypflege - Babys zarte Haut schützen: lachendes Baby
Vorsicht! Nicht jedes Pflegeprodukt eignet sich für jedes Baby. (Johannes Hloch)

Die Haut ist für das Neugeborene das wichtigste Sinnesorgan, mit dem es die Welt erfasst. Streicheln und Kuscheln tun sowohl dem Baby als auch den Eltern gut.

Auch bei der Babypflege wie Wickeln, Waschen, Baden und Cremen kann der zärtliche und spielerische Hautkontakt im Vordergrund stehen. Selbst wenn das Neugeborene noch sehr zerbrechlich wirkt, Mütter und Väter können es fest umfassen,  schließlich wurde es durch die Geburt auf die Umwelt vorbereitet. Das Köpfchen muss gestützt werden, all das signalisiert dem Neugeborenen Sicherheit und Wärme.

Babypflege: Weniger ist mehr

Hygiene und sorgfältige Pflege sind gerade bei den Kleinsten wichtig. Doch nicht jedes Pflegeprodukt eignet sich für jedes Baby, denn jedes Kind hat von Anfang an seine eigenen Bedürfnisse.

Babys Haut hat von Geburt an einen natürlichen Säuremantel, der sie vor Keimen schützt. Ein zu häufiges Waschen und Cremen oder Ölen stört dieses natürliche Gleichgewicht. Natürlich schwitzen Babys auch oder spucken beim Trinken, sodass man sie waschen oder baden muss, doch üblicherweise reichen 2 Bäder in der Woche völlig aus und ein Austrocknen der Haut durch übertriebene Hygiene wird vermieden. Das Haar kann mit Wasser abgespült werden, auch Babyseifen mit rückfettenden Substanzen oder ein paar Tropfen Mandelöl im Badewasser eignen sich für die Pflege.

Die tägliche Wäsche

Auch das tägliche Waschritual kann zunächst ziemlich knapp ausfallen. Da das Baby im Bettchen nicht schmutzig wird, reicht es aus, die Haut mit einem Waschlappen zu reinigen. Am besten erfolgt das beim Wickeln, beachten sollte man jedoch, dass die Raumtemperatur etwa 23 bis 25 Grad beträgt, damit sich das Baby wohlfühlt. Am besten taucht man den Waschlappen in lauwarmes Wasser und beginnt beim Gesicht des Babys mit der Reinigung und arbeitet sich über den Körper bis zu den Zehen weiter. Schön ist es für das Baby, wenn es während des Rituals die beruhigende Stimme der Mutter, des Vaters hört. Mit dem Baby während der Pflege zu sprechen fördert das Vertrauen.

Nagelpflege

Nagelpflege ist für viele Babys ein Gräuel. Sie lassen es sich nicht so gern gefallen, wenn es an die Nägel an Fingern und Zehen geht. Ein kleiner Trick hilft: Am besten schneidet man die Nägel, wenn das Baby müde ist oder sogar schon schläft. Die Fingernägel werden entlang der Rundung sanft geschnitten, die Zehennägel sollte man gerade schneiden, um ein Einwachsen des Nagels zu verhindern.

Was dem Nabel guttut

In den ersten Wochen nach der Geburt ist die Nabelpflege besonders wichtig. Die WHO empfiehlt, dazu jedoch nur Wasser und evt. Seife zu verwenden und auf andere Produkte, wie Öl, Puder oder Lotions zu verzichten. Der Nabel ist in den ersten Wochen sehr empfindlich, wird er nicht gründlich gereinigt, kann es zu Entzündungen kommen. Üblicherweise berät die Hebamme junge Eltern noch im Krankenhaus oder zu Hause, wie die Nabelpflege richtig durchzuführen ist. In jedem Fall muss der Nabel trockengehalten werden, das kann auch mithilfe einer Nabelkompresse erfolgen. Oder man lässt den Sprössling möglichst oft nackt strampeln.

Wickeln und pflegen

Der Babypopo ist gerade bei Neugeborenen ein großes Thema. Gründlich und doch sanft reinigen, pflegen und schützen - die Hautpflege im Windelbereich muss viele Anforderungen gleichzeitig erfüllen. Wundausschläge sind in den letzten Jahren deutlich seltener geworden - insgesamt hat sich der Hautstatus bei Säuglingen und Kleinkindern verbessert. Bei Verwendung von Einmalwindeln sind Hautirritationen im Windelbereich nur noch sehr selten zu finden. Häufiges Wickeln, Trockentupfen des Allerwertesten und entsprechende Pflege mit Creme sind die gängigsten Präventionsprogramme, wenn es darum geht, den Popo rosa und frei von Rötungen zu halten. Babyfeuchttücher bestehen hauptsächlich aus Wasser, Öl, Emulgatoren und beruhigenden Stoffen, wie Kamille oder Aloe vera. Dennoch sind Experten eher zurückhaltend, was den Dauergebrauch von Feuchttüchern betrifft. Vor allem im Bereich der Windel kann es anfangs zu Hautirritationen kommen. Viele Eltern verwenden Feuchttücher jedoch bei jedem Wickeln, das ist aus der Sicht von Hautärzten nicht zu empfehlen. Am besten eignet sich für die Reinigung warmes Wasser und ein Waschlappen, eventuell mit Beigabe von ein paar Tropfen Olivenöl.

Viele Eltern fragen sich: Was ist besser, die Einmal- oder die Mehrwegwindel? Die Vorteile von Einmalwindeln liegen auf der Hand: Sie sind praktisch in der Verwendung, sparen Zeit und sind von der Qualität her ziemlich popofreundlich. Das atmungsaktive Material der Außenhülle macht, dass das Klima in der Windel so angenehm wie möglich für die Babyhaut ist. Damit nichts nach außen dringen kann, wird die Feuchtigkeit im Saugkern gespeichert, ähnlich dem Schweiß in einer perfekten Sportunterwäsche.

Stoff- oder Mehrwegwindeln verursachen deutlich weniger sichtbaren Müll, und das ist für Einige Grund genug, sich für sie zu entscheiden. Mehrwegwindeln heute haben auch nichts mehr mit den ursprünglichen, gefalteten Stoffwindeln zu tun, sondern sind wahre High-Tech-Produkte, zumeist aus natürlicher und bestens hautverträglicher Baumwolle.

Aber auch Stoffwindeln 'verbessern' die gesamtheitliche Ökobilanz nicht, da man diese im Gesamtkontext, also von der "Entstehung" der Windel bis zu ihrer Entsorgung sehen muss. Kein Windelsystem hat eindeutige Umweltvorteile. Während Stoffwindeln einen höheren Wasser-, Waschmittel- und Energieaufwand benötigen, verbrauchen Einmalwindeln mehr Rohstoffe und führen zu einem erhöhten Abfallaufkommen.

Das Richtige für "Outdoor"

Babys kommen mit extremen Temperaturunterschieden nicht gut zurecht. Werden sie gebadet oder gewickelt, sollte der Raum immer gut temperiert sein, idealerweise um die 24 Grad warm sein. Säuglinge können sich auf die Außentemperaturen anfangs noch nicht so gut einstellen. Ist ihnen zu heiß oder zu kalt, haben sie nur die Möglichkeit zu schreien oder die Decke wegzustrampeln. Bei Erwachsenen ist das einfacher: Sie beginnen zu schwitzen, wenn es zu heiß wird, der Schweiß kühlt die Haut. Dieser Ausgleich funktioniert beim Baby noch nicht, weil einerseits die Schweißdrüsen noch nicht fertig ausgebildet sind und andererseits das Baby für die Geburt von der Natur in eine dicke Fettschicht gepackt wurde. Damit ist erklärbar, dass Babys oft rasch heiß wird. Ähnlich reagiert das Baby auf Kälte. Da es, um die Körpertemperatur zu steigern, viel Energie aufwenden muss, sind diese Reserven rasch erschöpft. Hier kann die angeborene Fettschicht zwar auch für Wärme sorgen, beginnt der Winzling zu schreien, sollte man jedoch erst mal die klimatischen Bedingungen überprüfen. Schon nach wenigen Wochen hat sich die Temperaturregulation eingespielt. Viele Eltern meinen jedoch, dass man das Baby trotzdem gut einpacken muss, vor allem wenn man ausgeht. Ist das Kind zu fest verpackt und zu dick angezogen, kann es erst recht zu Erkältungen kommen. Günstig ist es, das Baby langsam an die übliche Raumtemperatur von zirka 21 Grad zu gewöhnen und es zu Hause beim Krabbeln und Strampeln nur mit Hemdchen oder Strampelhose und einem Babyjäckchen zu bekleiden.

Gut gewickelt kann also der erste Ausflug des Babys an die frische Luft stattfinden. Wenn es drinnen warm ist und draußen kalter Wind pfeift, ruft das Unbehagen hervor. Auch direkte Sonneneinstrahlung ist für die Kleinsten nicht ratsam, Neugeborene müssen außerdem gut vor Nässe geschützt werden.

Für das erste Babyoutfit sind für Jung-Eltern sicher auch modische Aspekte wichtig - Babykleidung darf jedoch keine Reizstoffe enthalten, da die Babyhaut empfindlicher ist als die Haut von Erwachsenen. Günstig sind atmungsaktive Naturmaterialien, die für Wohlgefühl und Zufriedenheit sorgen.

Weiterführende Informationen

  • Babypflege: Alles was Eltern wissen müssen, Daniela Langanki, Urban & Fischer Verlag, München, 2011

  • Das Baby-Einmaleins. Die wichtigsten Hebammen-Tipps fürs erste Jahr, Birgit Laue, Gräfe & Unzer, München, 2012

  • Autor
  • Redaktionelle bearbeitung Mag. Silvia Feffer-Holik
  • Erstellungsdatum

Medizinischer Experte

Gerlinde Feichtlbauer

Hebamme

Leitung Hebammengremium Landesgeschäftsstelle OÖ, Vizepräsidentin Österreichisches Hebammengremium

Quellen

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