Wie ziehe ich mein Baby im Winter an?

Wie ziehe ich mein Baby im Winter an?: lachendes Baby mit Winterhaube
Jedes Baby empfindet Wärme und Kälte anders. (Alena Ozerova - Fotolia.com)
Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters Schwangerschaft im Winter

Sie bekommen ein Winterbaby? In der kalten Jahreszeit gilt die Grundregel: Ziehen Sie Ihrem Baby eine Schicht mehr an, als Sie selbst tragen - drinnen wie draußen.

Sie sollten neben Bodys und Strampelhosen (im Idealfall mit Füßen) auch langärmelige Babyoveralls parat haben. Einteilige Kleidungsstücke sind besser als eine Kombination aus Hose und Pulli, da die Hose Ihr Baby am Bauch drücken kann. Aber: Jedes Baby fühlt sich bei einer anderen Temperatur wohl, achten Sie daher auf die Anzeichen: Wann schwitzt es? Fühlt sich seine Haut zu kühl an? Als aufmerksame Mutter werden Sie schnell lernen, die Bedürfnisse Ihres Kindes zu erkennen.

Babykleidung für den Winter

Für Winterspaziergänge mit Ihrem Baby brauchen Sie einen warmen Overall. Am besten geschützt ist Ihr Baby im Kinderwagen, wenn es in einem Fellsack liegt. Dieser hält Ihr Baby warm und auch die Hände sind eingepackt, deswegen sind Fäustlinge nicht unbedingt notwendig, dafür aber weiche, warme Söckchen. Alternativ können Sie es auch mit einer dicken Decke zudecken. Eine Haube sollten Sie Ihrem Baby auf jeden Fall aufsetzen. Während Schals für Babys nicht so bequem sind, gibt es die Möglichkeit, Ihrem Kind Rollkrägen anzuziehen. Bei Minusgraden können Sie auch eine wasserlose Fettcreme auf die zarte Gesichtshaut auftragen, um sie zu schützen.

Die richtige Temperatur für Ihr Baby

Jedes Baby empfindet Wärme und Kälte anders. Beobachten Sie, wann Ihr Neugeborenes schwitzt: Legen Sie ihm dazu die Hand in den Nacken, um zu überprüfen, ob die Haut dort feucht ist. Die Hände dürfen ruhig etwas kälter als der restliche Körper sein. Jedenfalls ist es nicht schlimm, wenn Ihr Baby ein bisschen schwitzt - wechseln Sie einfach die Kleidung, wenn Sie Ihnen zu feucht erscheint. Kurzfristige Hitzeausschläge können entstehen, sind aber ungefährlich.

Wenn Ihr Baby nach dem Spaziergang im Kinderwagen noch gut schläft, können Sie es bei Plusgraden bedenkenlos noch draußen weiterschlafen lassen. Wenn Sie es samt Kinderwagen hereinholen, klappen Sie Fellsack oder Decke weg und öffnen Sie die Jacke, damit Ihr Baby nicht überhitzt. Der Schlafraum des Babys sollte nicht zu warm beheizt sein und regelmäßig gelüftet werden. Das ist auch eine gute Vorsichtsmaßnahme gegen den plötzlichen Kindstod, der durch Überhitzung und schlechten Luftaustausch entstehen kann. Am Wickelplatz und nach dem Baden sollten Sie jedoch für wärmere Temperaturen sorgen.

Erkältungen behandeln

Babys sind im Allgemeinen gut vor Erkältungen geschützt, solange sie gestillt werden. Wenn Ihr Kind sich doch einmal verkühlt, sorgen Sie für hohe Luftfeuchtigkeit im Raum, z.B. durch das Aufhängen von Wäsche. Wenn die Nase Ihres Babys stark verstopft ist, können Sie mit einigen Tropfen Muttermilch oder Kochsalzlösung die Verstopfung lösen. Achten Sie außerdem darauf, dass Ihr Baby viel trinkt, z.B. auch Tee. Das gilt auch, wenn Ihr Baby Husten hat - hier eignet sich Fencheltee besonders gut. Verzichten Sie aber auf spezielle Bronchialtees und das Einreiben der Brust des Kindes mit Salben, die ätherische Öle enthalten. Diese können Ihrem Baby schaden, da es sehr sensibel auf die Inhaltsstoffe reagiert. Manche Pflanzenteile in den Tees bzw. die ätherischen Öle können allergische Reaktionen auslösen. Bei Letzteren sind Eukalyptus, Kampfer und Menthol besonders gefährliche Inhaltsstoffe, da Sie bei Ihrem Baby Krämpfe der Atmungsorgane auslösen können. Bei akuten Hustenanfällen hilft kalte Luft am besten - treten Sie einige Minuten ans offene Fenster, bis sich der Husten beruhigt hat. Und bleiben Sie selbst möglichst ruhig dabei, damit Ihr Kind keine Angst bekommt.

Zum Arzt sollten Sie gehen, wenn das Kind über längere Zeit auffällig müde ist, es nicht gut trinkt bzw. isst, wenn das Fieber hoch ist oder es besonders viel weint.

Schreien hat viele Bedeutungen

Neben Hunger und Müdigkeit kann Ihr Baby bei einem Winterspaziergang auch schreien, weil es Sehnsucht nach Nähe hat. Für diesen Fall können Sie vorsorgen, indem Sie auch ein Tragetuch mitnehmen, in dem Sie Ihr Baby direkt am Körper tragen können. Hier sind eine warme Haube und dicke Socken wichtig, dafür können Sie Ihr Neugeborenes sonst ein bisschen ausziehen, da es dann unter Ihrer eigenen Jacke vor Kälte geschützt ist.

Medizinischer Experte

Hebamme

Doris Ruthensteiner

Quellen

  • 300 Fragen zum Baby: der große GU-Gesundheitskompass, B. Laue, Gräfe & Unzer, München, 2012
  • Hebammen-Gesundheitswissen, S. Höfer & N. Szász, Gräfe & Unzer, München, 2012
  • Interview mit Doris Ruthensteiner (Hebamme in Wien und Leiterin der Wiener Landesgeschäftsstelle des Hebammengremiums)

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