Babys erlernen Sprache lange bevor sie reden können

Baby und Sprache: Baby sitzt mit Handy und Laptop auf Boden.
Das Gehirn von Babys setzt sich schon mit der Bildung von Wörtern auseinander, bevor es die ersten überhaupt aussprechen kann. (evgenyatamanenko - Fotolia.com)
Wie beginnen Babys zu sprechen? Am Ende des 2. Lebensjahr können Kinder für gewöhnlich 50 Wörter sprechen – zu brabbeln beginnen sie schon sehr früh: ab dem 7. Lebensmonat setzen sie sich aktiv mit Sprache auseinander.

Das sind die Studienergebnisse einer Studie aus Seattle. Langsames und deutliches Sprechen von Eltern und anderen Nahestehenden trägt stark zum Erlernen der Sprache bei - lange bevor sich Babys in ihren ersten Worten versuchen. Die Forscher erklären das damit, dass das Gehirn der Kleinen auf Laute der Muttersprache anders reagiert, als auf solche einer Fremdsprache. Bei 7 Monate alten Babys ist - wenn sie Gesprochenes hören - neben dem Sprachzentrum auch jenes, das für die Motorik zuständig ist, aktiv. Untersucht wurde mittels eines Gehirnscanners, der wie eine Haube über die Köpfe der Probanden "gestülpt" wurde.

Umgang mit Sprache: Unterschiede zwischen 7. und 12. Lebensmonat

Die Wissenschafter von der University of Washington in Seattle blickten im Rahmen der Studie mittels eines Hirnscanners in die Köpfe von 7 bis 12 Monate alten Kleinkindern und in jene Erwachsener und zeichneten so die Gehirnaktivität bei vertrauten und unbekannten Lauten - also Mutter- und Fremdsprache - auf.

Das Ergebnis: Bei 7 Monate alten Kindern waren beide Gehirnareale, also Sprachzentrum und jenes für Motorik, noch gleichermaßen aktiv, egal ob sie Laute der Mutter- oder welche einer Fremdsprache hörten. Bei älteren Kindern, die kurz vor ihrem ersten Geburtstag standen, verlagerte sich die Aktivität - wenn sie Laute der Muttersprache vernahmen - stärker in Richtung des Sprachzentrums. Gleichzeitig wurde bei ihnen - wenn sie eine Fremdsprache hörten - eine stärkere Aktivierung des Motorischen Zentrums festgestellt. Die Wissenschafter erklären das so, dass die Vorstellung, aus fremden Lauten Wörter zu formen herausfordernder ist, als aus vertrauten. Erwachsene reagieren auf eine Fremdsprache übrigens genauso.

Baby's Gehirn

Das Gehirn von Babys setzt sich schon mit der Bildung von Wörtern auseinander, bevor es die ersten überhaupt aussprechen kann. Sie sind also schon mitten im Spracherwerbs-Prozess, während sie noch weinen und schreien, um auf sich aufmerksam zu machen. Langsames und Klares Sprechen unterstützt Kleinkinder demnach enorm bei der Sprachentwicklung. Das Erlernen der Sprache gilt als eine der größten Leistungen, die Kleinkinder vollbringen. Dieser Prozess ist sehr komplex. So lernen manche mühelos mehrere Sprachen parallel, bei anderen können wiederum Spracherwerbs- und Sprachentwicklungsstörungen auftreten.

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  • Redaktionelle bearbeitung Elisabeth Mondl
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Quellen

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