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Facebook & Co. senken Stress bei Frauen

Hand tippt auf einem tablet
Social Media ist für viele fixer Bestandteil ihrer Aktivitäten, sie fühlen sich dadurch nicht gestresst. (Sondem - Fotolia.com)

Durch Smartphones, Internet, Facebook und andere Social Media-Plattformen wird unser Leben immer hektischer, glauben viele. Eine amerikanische Studie behauptet aber, dass die Benutzung von Social Media den Stresspegel sogar reduzieren kann.

US-Wissenschafter der Universitäten Pew und Rutgers erhoben zunächst das Stressempfinden von Studienteilnehmern mit Hilfe eines psychologischen Fragebogens. Anschließend führten sie Aufzeichnungen, wie häufig die Befragten Social Media wie Facebook, Twitter und Instagram nutzen. Das Ergebnis: Viel-Nutzer fühlen sich in der Regel nicht gestresster, für manche User scheint es sogar vorteilhaft zu sein, regelmäßig online aktiv zu werden. Rund 1/5 der Frauen, die Social Media häufig in Anspruch nehmen, waren demnach weniger gestresst.

Online soziale Beziehungen pflegen

Ausschalten zum Abschalten - so lautet häufig die Empfehlung, um in der Freizeit zu entspannen und Burnout zu vermeiden. Wer sich persönlich durch Online-Aktivitäten gestresst fühlt, sollte diesen Ratschlag auch beherzigen. Doch laut Studie scheint er nicht pauschal gültig zu sein. Social Media Plattformen stellen schließlich eine Möglichkeit da, Lebensereignisse zu teilen und mit Mitmenschen in Verbindung zu bleiben. Auch, wenn Facebook und Co. "echte" Kontakte nicht vollständig ersetzen kann, so hilft das (Mit-)Teilen doch, sich anderen nahe zu fühlen.

Frauen profitieren von dieser Möglichkeit noch stärker als Männer. Das liegt laut Studienautoren daran, dass Frauen sowohl On- als auch Offline den Kontakt zu anderen häufiger nutzen, um sich in Krisenzeiten zu stabilisieren. Deshalb fühlen sie sich trotz der permanenten Erreichbarkeit durch Social Media insgesamt weniger gestresst - das soziale Netzwerk scheint auch virtuell zu entlasten.

Auswirkungen auf das Wohlbefinden?

Aufgrund ihrer Studie glauben die Forscher, dass viele Menschen den Einfluss von Technologien und Social Media auf unser Wohlbefinden maßlos überschätzen. Wir sind schließlich - bis zu einem gewissen Grad - anpassungsfähig: Manche Jugendlichen können beispielsweise im Umgang mit mehreren Medien erfolgreich "multitasken", was vielen Älteren dagegen schwer fällt.

Eine negative Wirkung von Social Media auf die Psyche tellten die Forscher dennoch fest. Erfahren wir online von traumatischen Ereignissen naher Freunde, erhöht das den empfundenen Stress. Hier ist jedoch nicht Facebook schuld, sondern die traurige Nachricht selbst, vermuten die Wissenschafter. Hätten wir die Nachricht persönlich erfahren, würde sie uns mindestens genauso belasten. Und auch hier birgt Social Media nicht nur eine Gefahr, sondern auch eine Chance: Hören wir online, dass Freunden etwas Schlimmes wiederfahren ist, können wir schneller Hilfe anbieten - und zwar am besten nicht nur virtuell.

Quellen

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