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Kuriose Fundstücke aus dem Magen

Ein deutscher Arzt präsentiert seine Fundstücke, die er aus Mägen von Patienten gefischt hat. (DragonImages - Fotolia.com)

Museumsstücke ganz besonderer Art hat ein Arzt aus dem deutschen Örtchen Bielefeld zu bieten. Er präsentiert jene Gegenstände, die er im Laufe seiner Karriere aus den Mägen von Patienten gefischt hat.

Was früher noch eine Operation mit sich brachte, ist heute in den meisten Fällen ein Kinderspiel. Seit Ende der 1950er Jahre können viele verschluckte Gegenstände mit Hilfe des flexiblen Endoskops einigermaßen unkompliziert durch die Speiseröhre entfernt werden. Siegfried Ernst Miederer, 74 Jahre alt und mittlerweile pensioniert, hat beide Arten der Gegenstandsentfernung praktiziert.

Krankenhaus statt Zelle

All jene Objekte, von denen er die mehr oder weniger verzweifelten Patienten befreite, hat er gesammelt und einem Museum zur Verfügung gestellt. Der ehemalige Arzt aus dem deutschen Bielefeld hat einige wundersame Geschichten zu erzählen. So soll es etwa einen Gefängnisinsassen gegeben haben, der regelmäßig freiwillig Löffel schluckte. Er wollte die Zelle zumindest für kurze Zeit gegen ein vergleichsweise bequemes Krankenbett eintauschen.

Intrige mit Nachspiel

Nach mehr als 20 Operationen stellte Miederer auf die schnelle Entfernung mit dem flexiblen Endoskop um und beendete damit das kuriose Verschluck-Spiel des Insassen. In der bunten Sammlung findet sich auch eine Batterie, die der Arzt einst aus dem Magen eines Jungen geholt hatte. Dieser wollte beim Spielen mit ferngesteuerten Autos einen Freund ausstechen, indem er eben die Batterie von dessen Wagen in seinem Mund versteckte. Einen nett gemeinten Klaps eines Kumpels später hatte er sie leider verschluckt.

Gefahr möglich

Die Geschichten des Bielefelder Arztes gingen soweit alle gut aus, ein derartiger Zwischenfall kann aber auch gefährlich sein. Wenn der verschluckte Gegenstand rund ist und sich auf den Kehlkopf legt, besteht Erstickungsgefahr. Bei Unklarheiten sollte daher in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden. Ist man sich etwa nicht sicher, ob ein Kind etwas verschluckt hat, ist Vorsicht angebracht.

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Quellen

  • Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, S. Andreae et al., Georg Thieme Verlag, 2. Auflage, Stuttgart, 2008

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