App sammelt Daten für Gehirnforschung

App sammelt Daten für Gehirnforschung: Seitenansicht eines aus Zahnrädern bestehenden Kopfes. Manche 'wandern' in eine offene Hand.
Mittels Apps können mehr Daten gesammelt werden als mit herkömmlichen Methoden. (freshidea - Fotolia.com)
Britische Psychologen verzeichneten erste Erfolge, Daten via einer Spiele-App zu sammeln, um damit in der Hirnforschung neue Erkenntnisse zu erlangen. Der Vorteil ist, dass mit dieser Technik mehr Probanden erreicht werden können, als mit herkömmlichen Methoden.

Das Psychologen-Team rund um Dr. Peter Zeidman vom Londoner Wellcome Trust Centre for Neuroimaging beschäftigt sich mit der Funktionsweise des Gehirns. Etwa im Hinblick auf Sprache, Erinnerungsvermögen oder Entscheidungsfindung. Dazu werden Daten benötigt. Die Studie "Great Brain Experiment" geht einen völlig neuen Weg, Daten im großen Umfang zu generieren. Mit Erfolg: Mittels einer speziellen App, die studienrelevante Daten sammelt, erreichten die Forscher bisher rund 100.000 Probanden. Ergänzend dazu, werden jene, die "besondere" Ergebnisse erzielen, zu einer Untersuchung (Computertomographie) eingeladen.

Gehirnforschung: Wenn Psychologen und Programmierer zusammenarbeiten

Wenn es um psychologische Studien geht, müssen die Probanden normalerweise vor einem Bildschirm sitzen und bestimmte Aufgaben lösen. Etwa das Einprägen und Abrufen von Dingen, oder solche, bei denen die Reaktionszeit gemessen wird. Die Wissenschafter um Dr. Zeidman sahen darin das Problem, dass auf diese Weise immer nur eine begrenzte Anzahl von Testpersonen untersucht werden kann und es daher zu schwammigen, nicht eindeutigen Ergebnissen kommt. Aus diesem Grund begannen die Wissenschafter mit App-Programmierern zusammenzuarbeiten. Dabei entstand eine einfach anzuwendende Anwendung zum Spielen, die aber konkrete, für die Neurowissenschaft relevante, Daten sammelt und den Forschern zugänglich macht.

 

App erreichte bereits 100.000 Probanden

100.000 Probanden haben sich die App bereits heruntergeladen und so auf spielerische Art und Weise anonymisiert an der Studie teilgenommen. Die dadurch gesammelten Daten sind qualitativ hochwertig und damit sehr förderlich für neue wissenschaftliche Erkenntnisse. Besonders lukrativ ist dabei die Möglichkeit, dass durch die vielen Teilnehmer bestimmte Gehirnvorgänge - wie z.B. die Erinnerungsleistung - mit Parametern wie Alter, sozialem Status oder kulturellem Hintergrund in Bezug gesetzt werden können, um auf diesem Wege Unterschiede herausfinden zu können.

Computertomographie als Ergänzung zur App

Die Forscher haben im Anschluss daran bestimmte Probanden - via derselben App - kontaktiert und sie gebeten, sich einer ergänzenden Computertomographie zu unterziehen. Damit werden 3 Bereiche zusammengeführt. Erstens wie der- oder diejenige sich in seiner natürlichen Umgebung verhält. Zweitens, was dabei im Gehirn konkret passiert und drittens, ob und wenn ja, in welcher Art und Weise Faktoren wie sozialer Status und kultureller Hintergrund die Vorgänge im Gehirn beeinflussen.

Das neuartige an dieser Herangehensweise ist, dass sich die beteiligten Wissenschafter damit mehreren Ansätzen bedienen, also quantitativ ebenso arbeiten wie qualitativ. Die Forscher erhoffen sich damit neue, grundlegende Erkenntnisse über die Basisfunktionen des menschlichen Gehirns.

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  • Redaktionelle bearbeitung Elisabeth Mondl
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Quellen

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