Ambulanzen: Wo wird mir geholfen?

Ambulanzen: Wo wird mir geholfen?: Wartende Patienten
Bei einem Aufenthalt und einer Behandlung in einer Ambulanz brauchen Sie sich als Pflicht- oder Sozialversicherter nicht um die Krankenhauskosten zu kümmern. (Robert Kneschke - Fotolia.com)
Eine Ambulanz ist eine medizinische Einrichtung, in der Patienten untersucht und behandelt werden, ohne über Nacht zu bleiben. Viele Ambulanzen, wie Unfallambulanzen, sind 24 Stunden geöffnet und zu jeder Zeit von Fachärzten besetzt.

In Krankenhäusern gibt es verschiedene Ambulanzen, von Versorgung medizinischer Notfälle bis Schwerpunktambulanzen, die auf bestimmte Krankheitsbilder spezialisiert sind (z. B. Neurologische, Chirurgische, Psychiatrische oder HNO Ambulanz). Das AKH Wien sowie das LKH Innsbruck beherbergen besonders viele Ambulanzen für unterschiedliche Erkrankungen. Ein Drittel aller Besuche einer Spitals- oder Notfallambulanz erfolgt nach einem Unfall, weit mehr noch sind durch Gesundheitsbeschwerden oder eine Krankheit begründet.

Krankenhaus ist nicht gleich Krankenhaus

Österreichs Krankenhäuser unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Spezifizierung und Ausrichtung:

  • Allgemeine Krankenanstalten: An allgemein ausgerichtete Krankenhäuser können sich alle Menschen unabhängig von Geschlecht, Alter oder Art der medizinischen Betreuung wenden.
  • Sonderkrankenanstalten: Diese Spitäler haben sich auf die Behandlung einzelner Krankheiten spezialisiert und behandeln oft entweder Frauen oder Männer bzw. jüngere oder ältere Patienten. (Beispiel: Kinderspitäler)
  • Pflegeanstalten: Die Einrichtungen sind speziell auf chronisch kranke Menschen eingestellt, die eine besondere Pflege und ärztliche Betreuung brauchen, wie zum Beispiel Patienten mit chronischen Lungenkrankheiten, Hepatitis B oder Morbus Crohn.
  • Sanatorien: Hier werden Patienten untergebracht, die besondere Ansprüche in der Unterbringung und Betreuung haben. Sanatorien sind zum Beispiel Kur- und Heilanstalten oder auch psychiatrische Einrichtungen.

Öffentliche Krankenanstalten müssen öffentlich zugänglich und gemeinnützig ausgerichtet sein. Private Krankenanstalten können gemeinnützig aber auch gewinnorientiert geführt werden.

Innerhalb der Allgemeinen Krankenanstalten gibt es je nach Versorgungsgrad Unterschiede:

  • Standardkrankenanstalten übernehmen die Basisversorgung von Patienten und haben keine spezielle Schwerpunktausrichtung. Es gibt zumindest eine Notfallambulanz, eine Abteilung für Innere Medizin und für Chirurgie und andere Abteilungen für die Basisversorgung. (Beispiele: LKH Villach, Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Eisenstadt, LKH Krems)
  • Schwerpunktkrankenanstalten gehen über die einfache Basisversorgung hinaus und verfügen zusätzlich über unterschiedlichste Schwerpunktabteilungen, wie Abteilungen der Augenheilkunde, Neurologie oder Gynäkologie. (Beispiele: Krankenhaus Wiener Neustadt, Rudolfinerhaus Wien)
  • Zentralkrankenanstalten (oder auch Universitätskliniken) bieten eine medizinische Gesamtabdeckung auf allen Ebenen der ärztlichen Versorgung nach dem aktuellen Wissenschaftsstand. (Beispiele: AKH Wien, LKH Graz, LKH Innsbruck)

Was ist eine Ambulanz?

Ambulanzen sind medizinische Versorgungsstellen, an die Patienten sich in Akutfällen wenden können. Die meisten Krankenhäuser betreiben neben einer Unfallambulanz, die akute Verletzungen und Notfälle behandelt, auch Ambulanzen für bestimmte Erkrankungsbilder, wie etwa eine Rheuma-Ambulanz, Kopfschmerz- oder Diabetes-Ambulanz. Allen gemeinsam ist, dass die Patienten nicht über Nacht bleiben.

Unfallambulanz und weitere Versorgung

Die Unfallambulanz ist rund um die Uhr geöffnet. Notfallambulanzen sind nicht auf bestimmte Erkrankungen oder Verletzungen spezialisiert. Alle Personen, die akute und schnelle medizinische Hilfe benötigen, werden aufgenommen. Die Patienten werden dort nach Dringlichkeit der Fälle behandelt. Akutfälle werden sofort auf die entsprechende Station gebracht und erhalten eine stationäre Behandlung.

Der Weg in die Ambulanz

Der erste Weg bei einer Erkrankung führt für Patienten zum Hausarzt. Wenn dieser fachärztliche Hilfe hinzuziehen möchte, schreibt er eine Überweisung für den jeweiligen Spezialisten. Bei einem medizinischen Notfall oder außerhalb der Ordinationszeiten des Hausarztes, kann man sich an die Unfallambulanz bzw. die Notfallambulanz des nächsten Krankenhauses wenden. Je nach Erkrankung wird man bei der Anmeldung im jeweiligen Spital an die passende Ambulanz verwiesen, wo eine entsprechende Behandlung stattfinden kann. Je nach Größe und spezifischer Ausrichtung eines Krankenhauses gibt es unterschiedliche Ambulanzen mit verschiedenen Schwerpunkten. Es gibt allgemeine Ambulanzen, wie:

  • Unfallchirurgische Ambulanzen
  • Ambulanzen für Interne Medizin
  • Gynäkologische Ambulanzen
  • Urologische Ambulanzen
  • Kinder- und Jugendambulanzen
  • Orthopädische Ambulanzen
  • Hals-, Nasen-, Ohrenambulanzen
  • Pneumologische Ambulanzen
  • Ambulanzen für Neurologie
  • Ambulanzen für Dermatologie
  • Ambulanzen für Psychiatrie und Psychotherapie
  • Ambulanzen für Augenheilkunde
  • u.v.m.

Innerhalb der allgemeinen Ambulanzen spezialisieren sich eigene Schwerpunktambulanzen auf unterschiedliche Krankheitsbilder. Im Falle einer Ambulanz für Neurologie gibt es zum Beispiel die:

  • Epilepsieambulanz
  • Kopfschmerzambulanz
  • Multiple-Sklerose-Ambulanz
  • Ambulanz für Bewegungsstörungen u.v.m.

Hals-, Nasen-, Ohrenambulanzen gliedern sich unter anderem in:

  • Allergieambulanz
  • Schwindelambulanz
  • Gehörlosenambulanz
  • Ambulanz für Logopädie u.v.m.

Wer bezahlt ambulante Krankenhausaufenthalte?

Bei einem Aufenthalt und einer Behandlung in einer Ambulanz brauchen Sie sich als Pflicht- oder Sozialversicherter nicht um die Krankenhauskosten zu kümmern. Wenn Sie sich bei der Anmeldung mit Ihrer E-Card ausgewiesen haben und alle Daten zu Ihrer Person korrekt sind, übernimmt die Krankenhaus-Verwaltung die Organisation der Kostenübernahme durch die Krankenkasse.

Ambulanzen im Porträt

Für beinahe jede Krankheit existiert mittlerweile eine auf die individuellen medizinischen Bedürfnisse der Patienten abgestimmte Ambulanz. Einige ausgewählte Schwerpunktambulanzen sollen hier vorgestellt werden.

Diabetesambulanz

In jedem österreichischen Bundesland gibt es eigens für Diabetiker eingerichtete Ambulanzen. Dort erhalten "Zuckerkranke" zum Beispiel Schulungen zum Umgang mit der Erkrankung oder eine auf Diabetes ausgerichtete Ernährungsberatung.

Schilddrüsenambulanz

Patienten erhalten Diagnose und Behandlung von Erkrankungen der Schilddrüse, wie zum Beispiel einer Schilddrüsenunterfunktion oder –überfunktion, durch Punktion oder Ultraschall.

Epilepsieambulanz

Hier steht die ambulante Betreuung von Epilepsie-Patienten im Zentrum. Unter anderem werden Art und Ursache der Anfälle untersucht und gegebenenfalls an die stationäre Behandlung oder Fachärzte verwiesen.

Schwindelambulanz

Wenn alles schwankt und sich dreht und sowohl Haus- als auch Facharzt keine Ursache finden können, sind die in HNO-Ambulanzen angesiedelten Schwindelambulanzen die nächste Anlaufstelle für Schwindelgeplagte.

Stroke Unit

In 33 österreichischen Krankenhäusern gibt es sogenannte Stroke Units, die auf die Akutbehandlung von Schlaganfällen spezialisiert sind. Ein Facharzt der Neurologie und der Chirurgie sind rund um die Uhr verfügbar und das medizinische Equipment ist an die Bedürfnisse von Schlaganfallpatienten angepasst. So können die Folgeschäden eines Schlaganfalls möglichst gering gehalten werden.

Multiple-Sklerose-Ambulanz

Multiple Sklerose ist eine entzündliche Erkrankung des Zentralnervensystems, die die Patienten in unregelmäßigen "Schüben" ereilt. Bei akuter Verschlechterung der Symptome kann eine MS-Ambulanz aufgesucht werden.

Schlafambulanz

Bei Schlafstörungen, -problemen oder intensivem Schnarchen können sich Betroffene an Schlafambulanzen wenden. Neben einem persönlichen Abklärungsgespräch gibt es auch die Möglichkeit zur Analyse in einem Schlaflabor.

Schmerzambulanz

In der Schmerzambulanz steht die Diagnose und Behandlung von andauernden Schmerzzuständen im Zentrum. Chronischer Schmerz ist Folge und Begleiterscheinung unterschiedlichster Krankheiten oder Unfälle und stellt eine große Herausforderung in der Therapie dar.

Brustambulanz (Mamma-Ambulanz)

An Mamma-Ambulanzen können sich Frauen wenden, die einen Knoten in oder eine andere Veränderung an ihrer Brust entdecken. Die Abklärung von eventuellen Tumoren steht im Vordergrund.

Psoriasis-Ambulanz

Hier werden Patienten betreut, die an Psoriasis (Schuppenflechte) leiden. Wenn herkömmliche Therapien nicht ausreichend wirksam sind, kann in dieser Spezialambulanz geholfen werden.

Ambulanz für Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED)

In solchen Ambulanzen werden die beiden Krankheitsbilder Morbus Crohn und Colitis ulcerosa behandelt. Die Magen-Darm-Erkrankungen können die Lebensqualität der Betroffenen durch Durchfälle, Bauchschmerzen und allgemeines Krankheitsgefühl stark einschränken. Die Abteilungen sind auf schnelle und sichere Diagnosestellung und CED-spezifische Therapien spezialisiert.

Nachsorgeambulanz für Frühgeborene und Risikokinder

Diese Ambulanzen sind für frühgeborene Babys und Kinder gedacht, die unter schweren Komplikationen auf die Welt gekommen sind. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Diagnose und Therapie von Entwicklungsverzögerungen oder –problemen und der Begleitung von Eltern und Kindern bei der Entwicklungsförderung, wie Logopädie und Physiotherapie.

Weiterführende Informationen

Quellen

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