Altenheime und Pflegeheime in Österreich

Altenheime und Pflegeheime in Österreich: Pensionisten in einem Pflegeheim mit Pflegern
Für die Aufnahme in ein Alten- oder Pflegeheim muss ein schriftlicher Antrag an den Sozialversicherungsträger gestellt werden. (Robert Kneschke - Fotolia.com)
In ganz Österreich gibt es knapp 900 Altenheime und Pflegeheime. Sie sind eine gute Möglichkeit für ältere Menschen, die ihren Alltag nicht mehr selbst bestreiten können oder wollen.

Bei der Betreuung in den eigenen vier Wänden stellt sich für viele das Problem des Allein-Seins, im Altenheim hingegen bietet sich die Chance auf Gesellschaft und auf einen Lebensabend mit einem gewissen Maß an Komfort und Sicherheit. Das Wohnen und die Betreuung in einem Alten- oder Pflegeheim sind nicht kostenlos. Pflegebedürftige und ihre Angehörigen müssen einen Teil der Kosten aufbringen. Dabei stehen sie nicht alleine da: Zuschüsse, wie zum Beispiel das Pflegegeld, sind genau dafür da.

Unterschied von Altenheim und Pflegeheim

In Altenheimen (auch Seniorenheime oder Pensionistenheime) wohnen ältere Menschen, die ein selbstbestimmtes Leben führen wollen und das auch noch können. Ihre Pflegebedürftigkeit ist gering. Im Altenheim ersparen sie sich die Anstrengungen eines eigenen Haushalts, da sich das Personal um die Zubereitung der Mahlzeiten und die Reinigung der Zimmer kümmert.

In Pflegeheimen geht die Betreuung weit über Kochen und Reinigung hinaus. Pflegebedürftige Menschen, die beispielsweise ihre Körperpflege nicht mehr selbst durchführen können oder bettlägerig sind, werden in Pflegeheimen von Fachpersonal betreut. Ausgebildetes Pflegepersonal kümmert sich rund um die Uhr um die persönlichen und medizinischen Bedürfnisse der Senioren.

Eine dritte Möglichkeit ist die Kombination aus beiden: In sogenannten Wohn- und Pflegeheimen können Menschen, die nach ihrem Einzug im Wohnheim pflegebedürftig werden, im selben Haus wohnen bleiben und werden dort gepflegt.

Altenheim und Pflegeheim: Wie melde ich mich an?

Für die Aufnahme in ein Alten- oder Pflegeheim muss ein schriftlicher Antrag an den Sozialversicherungsträger gestellt werden. Im Antrag kann die gewünschte Zeit zur Aufnahme angegeben werden (möglichst sofort – innerhalb der nächsten 4 Wochen – innerhalb der nächsten 2 bis 4 Monate). Die für den Hauptwohnsitz zuständige Bezirksverwaltungsbehörde ist für die Vergabe von Heimplätzen zuständig. Sie nimmt Kontakt mit dem gewünschten Heim auf und stimmt eine Aufnahme ab. Besteht der Wunsch nach einem Platz in einem bestimmten Heim, dann kann es zu längeren Wartezeiten kommen. Die stationäre Aufnahme in Pflegeheimen erfolgt nach Dringlichkeit der Pflegebedürftigkeit. Dem schriftlichen Antrag müssen Personaldokumente und eventuelle Unterlagen zur Pflegebedürftigkeit beigelegt werden, wie zum Beispiel ärztliche Atteste. Das gilt auch für manche Altenheime, da in einigen Einrichtungen auch Menschen mit leichter Pflegebedürftigkeit aufgenommen werden.

Wenn der Tag der Aufnahme in das entsprechende Alten- oder Pflegeheim fixiert und schließlich gekommen ist, gibt es einige Möglichkeiten, um den Heimaufenthalt besonders angenehm zu gestalten. Viele Einrichtungen erlauben das Mitbringen eigener Möbelstücke. Je mehr das neue Domizil mit vertrauten Gegenständen, wie Bücherregalen, Fotos, Teppichen etc. bestückt wird, desto leichter fällt die Umgewöhnung. Einige wenige Alten- und Pflegeheime gestatten nach Absprache sogar das Mitnehmen von Haustieren. Außerdem verfügen viele Einrichtungen über "Gemeinschaftstiere", wie Katzen, Sittiche oder Aquarien.

Kosten und Zuschüsse im Pflegeheim

Um die 1.500 bis 3.500 Euro müssen für einen Platz in Österreichs öffentlichen Alten- und Pflegeheimen monatlich aufgebracht werden. In privaten Anstalten können die Kosten bis zu 7.000 Euro im Monat betragen. Unterschieden wird zwischen:

  • Öffentlichen Alten- und Pflegeheimen: Diese sind durch Land, Gemeinde, Sozialhilfe bzw. Gemeindeverband oder durch einen ausgegliederten öffentlichen Träger finanziert.
  • Privaten Alten- und Pflegeheimen – Non-Profit: Die Anstalten werden von gemeinnützigen Trägern organisiert und geleitet, zum Beispiel von Stiftungen, Wohlfahrtsverbänden, Religionsgemeinschaften oder Vereinen.
  • Privaten Alten- und Pflegeheimen – Pro-Profit: Solche Einrichtungen werden von einem gewinnorientierten Träger, wie einer Gesellschaft oder einer Privatperson geführt.

Die Durchschnittspension der Österreicher liegt bei knapp über 1.000 Euro. Die Unterbringung in Pflegeheimen übersteigt die Höhe der Pension oft bei Weitem. Dieses Finanzloch füllt die Sozialhilfe bei öffentlichen Einrichtungen zwar vorerst auf, holt sich die entstandene Summe aber wieder zurück, zum Beispiel über die Familien der Senioren. In jedem Bundesland ist die Lage anders geregelt. Gedeckt werden die Kosten durch eine Kombination aus:

  • Einkommen: Pension, Rente, Pflegegeld, Miet- und Zinsverträge
  • Vermögen: Bargeld, Sparbücher, Wertpapiere, Immobilien, Liegenschaften

Den Heimbewohnern bleibt im Wesentlichen ein Taschengeld in Höhe von 20 % des Einkommens und der 13. und 14. Monatsbezug.

Wenn man als Pflegebedürftiger Sparbücher oder sogar Immobilien rechtzeitig an die Familie als Erbe verschenkt, werden diese natürlich nicht zur Kostentilgung des Pflegeplatzes genutzt. Wer seinen Besitz jedoch verschenkt, weil er pflegebedürftig wurde und den Zugriff des Sozialamts auf seine Ersparnisse oder seine Immobilie verhindern will, macht sich sogar strafbar. Wichtigstes Kriterium in diesem Zusammenhang ist, dass Schenkungen früh genug vonstattengehen, denn je nach Bundesland kann der Sozialhilfeträger zwischen 3 und 5 Jahre auf diese zurückgreifen. Sowie es um derart große Wertanlagen geht, ist es auf jeden Fall ratsam, einen dem jeweiligen Bundesland entsprechenden Rechtsanwalt hinzuzuziehen, um nicht unbeabsichtigt rechtswidrig zu handeln.

Bei der Ersatzpflicht der Angehörigen werden die großen Unterschiede zwischen den Bundesländern deutlich. Zwar müssen in jedem Bundesland die Ehepartner finanziell mit 30-40 % einspringen, in Wien, Oberösterreich und Salzburg sind jedoch Kinder von der Ersatzpflicht befreit.

Finanzierungshilfe Pflegegeld

Mehr als 400.000 Menschen beziehen in Österreich Pflegegeld. Unter Pflegegeld versteht man den gesamten Beitrag zur Abgeltung pflegebedürftiger Mehraufwendungen, der die nötige Hilfe und Betreuung sichern und ein selbstbestimmtes Leben garantieren soll. Damit Pflegegeld bezogen werden kann, muss ein Antrag an den entsprechenden Sozialversicherungsträger gestellt werden. Es wird 12-mal jährlich ausgezahlt und ist je nach notwendigem Pflegebedarf in 7 Stufen gegliedert.

Weiterführende Informationen

Quellen

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