Twitter-Offenbarung: Als ich schwanger war!

Twitter-Offenbarung: Als ich schwanger war!: Babybauch und Twitter-Blog
alsichschwangerwar: Auf Twitter geben (werdende) Mütter Einblick in das Schlankheitsidealbild. (LanaK - Fotolia.com/twitter.com)
Auf Twitter lassen Frauen unter dem Hashtag #alsichschwangerwar die Öffentlichkeit momentan daran teilhaben, was sie sich während ihrer Schwangerschaft an Äußerungen gefallen lassen mussten und müssen.

Schwanger sein ist wahrlich kein Spaziergang: Übelkeit in den ersten Wochen, geschwollene Füße, Essensgelüste und der große Bauch bereiten vielen Frauen Anstrengungen und Entbehrungen. Doch das ist noch nicht alles: Viele werdende Mütter müssen sich so einiges anhören. Besonders zur Gewichtszunahme und Ernährung in der Schwangerschaft äußern sich die Mitmenschen im Schwangeren-Umfeld rege, gerne auch beleidigend und abwertend. Dabei haben viele Frauen schon oft vor der Schwangerschaft Probleme mit ihrem Körpergewicht und ihrem Selbstwertgefühl, die herabwürdigenden Kommentare zu den neu gewonnen Kilos bringen sie dazu sich zu schämen und sich wertlos zu fühlen. 

Du bist aber fett geworden!

Tatsächlich berichten unzählige Frauen in ihren Tweets über solche Beschimpfungen. Von "Walross" bis "Kriegst du Zwillinge?" ist alles an wüsten und unfreundlichen Ausdrücken dabei.  Diese stammen meistens sogar aus den Mündern von Familienmitgliedern und engen Freunden, von denen man sich als Schwangere Unterstützung und liebevolle Worte erwartet, aber keine Degradierungen. Auch in der Verbreitung von Halbwissen und Mythen rund um die Schwangerschaft machen sich so manche geltend, so zitiert eine Userin: "Iss nicht so viel! Das Baby braucht nur 200 Kalorien." oder "Dem Kind geht es auch gut, wenn du nicht so viel isst." Die Natur gibt keine starren Regeln für eine erlaubte Gewichtszunahme bei Schwangeren vor, sie variiert von Mutter zu Mutter und kann zwischen 10 und 20 Kilogramm liegen.  Ab der 12. Woche erhöht sich der Energiebedarf, bis zu 300 Kalorien täglich braucht das Baby, um optimal wachsen zu können. Das bricht zwar mit dem Mythos, dass Schwangere für Zwei essen müssen, dennoch haben sie einen Kalorienbedarf von zirka 2.600 Kalorien pro Tag. Schwangere mit Übergewicht sollten außerdem auf keinen Fall Diät halten, sondern auf die Wahl gesunder Lebensmittel achten.

Dem perfekten Körper hinterher

Müssen sich Schwangere nun auch schon dem Schönheitsideal unterwerfen? Traurig aber wahr propagieren vor allem Lifestyle-Magazine anhand von Fotos  prominenter Mütter deren dünnen Traumkörper direkt nach der Schwangerschaft. Schwangere wie du und ich sind da natürlich verunsichert. Sollte die Zeit nach der Geburt nicht vollends dem Baby und seinen Bedürfnissen gewidmet sein und nicht dem Fitnessstudio und Ernährungsberater? Nach der Geburt, dem so genannten Wochenbett (ungefähr 8 Wochen lang), sollen Mutter und Kind sich von der strapaziösen Geburt erholen.  Eine schwangere Twitter-Nutzerin bringt die Problematik auf den Punkt: "Es ist grauenhaft: In dir entwickelt sich ein neuer Mensch und alle tun so als wäre dein Gewicht jetzt das Hauptproblem."

Schwangere als Weicheier der Gesellschaft?

"Früher haben die Frauen ihre Kinder auf’m Feld gekriegt, weil sie bis zum Schluss gearbeitet haben," postet eine Userin auf Twitter den Kommentar einer Person, die offenbar nicht mit dem gesetzlich vorgeschriebenen Mutterschutz in den letzten 8 Schwangerschaftswochen einverstanden ist. Eine andere junge Frau twittert über eine Aussage der Freundin Ihres Opas: "Schwangerschaftsdiabetes? Sowas gab’s früher bei uns nicht." Eine andere veröffentlicht  die Aussage eines Mitmenschen, die dieser tätigte, als sie sich mit schon großem Babybauch kurz ausrasten wollte: "Schwangerschaft ist doch keine Krankheit!"  Auch in der Arbeitswelt erleben viele Frauen ihr Schwanger sein als Unding: "Mir wurde vorgeworfen, es wäre eine Frechheit, die Schwangerschaft bei einem Bewerbungsgespräch zu verheimlichen." Den werdenden Müttern wird vermittelt, dass sie sich trotz "anderer Umstände" zusammenreißen müssen und weiterhin als funktionierendes Mitglied der Gesellschaft fungieren sollen. Sie dürfen niemandem zu Last fallen und sich auch nicht beklagen, so das Konklusio der twitternden Mamas.

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  • Autor
  • Redaktionelle bearbeitung Elisabeth Mondl
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Quellen