Allergiepass - Im Notfall lebensrettend

Allergiepass - Im Notfall lebensrettend: Arzt führt bei einem Patienten den Prick-Test durch.
Im Allergiepass sind unter anderem die Ergebnisse des Allergietests vermerkt. (Alexander Raths - Fotolia.com)
Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters Allergie, Pollenallergie

Der Allergiepass ist ein wichtiges Dokument für alle Allergiker. Viele Betroffene reagieren sehr stark auf bestimmte Substanzen und es bleibt nicht bei einer laufenden Nase und geröteten Augen.

Allergische Reaktionen auf Pollen, Tierhaare oder Lebensmittel können sehr unterschiedliche Symptome hervorrufen, manche davon sind lebensbedrohlich. Dann ist rasche medizinische Hilfe gefragt. Allergiker, die einen Allergiepass mit allen wichtigen Informationen für Sanitäter und Ärzte bei sich tragen, können schnell und gezielt mit den richtigen Medikamenten behandelt werden. Damit Sie nicht nur in Österreich in besten Händen sind, gibt es für den Urlaub auch den internationalen Allergieausweis.

Wie bekomme ich einen Allergiepass?

Nachdem Sie beim Arzt einen Allergietest gemacht haben und sich herausgestellt hat, dass Sie gegen bestimmte Substanzen wie Lebensmittel, Gräser, Tierhaare, Latex oder Insektengift allergisch sind, bekommen Sie einen Allergiepass ausgestellt. Der Arzt trägt die Substanzen ein, die bei Ihnen eine allergische Reaktion auslösen können, wie z.B. Medikamente oder Nahrungsmittelallergene, und außerdem auch die Produkte, die diese Allergene enthalten, wie z.B. Penicillin oder Erdnüsse. Im Allergiepass sind also alle wichtigen Informationen zu Ihrer Allergie zusammengefasst:

  • Das Ergebnis Ihres Allergietests
  • Die Substanzen, auf die Sie allergisch reagieren
  • Die Produkte, die Sie meiden sollten
  • Persönliche Daten: Name, Adresse, eventuell Blutgruppe
  • Name des behandelnden Arztes

Allergiepass nicht vergessen!

Manchmal sind allergische Symptome so heftig, dass Betroffene ohnmächtig werden und sich so dem Notarzt oder Sanitäter nicht mehr mitteilen können. Weiß der Arzt nicht, gegen welchen Stoff der Patient allergisch ist, geht wertvolle Zeit verloren. Deshalb ist es besonders wichtig, den Allergiepass stets bei sich zu tragen. Wenn die Allergene bekannt sind, kann schnell und gezielt behandelt und das Leben des Patienten gerettet werden.

Der Pass ist nicht nur in einer Notsituation nützlich, er hilft Ihnen auch im Alltag. Sind Sie z.B. gegen bestimmte Inhaltsstoffe in Kosmetika (Duftstoffallergie) allergisch, können Sie die Zutatenliste mit den Eintragungen in Ihrem Allergiepass abgleichen und gleich zu den Produkten greifen, die Sie vertragen.

Für den Urlaub: Der internationale Allergieausweis

Haben Sie eine schwere Allergie, die lebensbedrohliche Symptome hervorrufen kann, wie z.B. eine Insektengiftallergie, ist es ratsam, zusätzlich zum österreichischen Allergiepass einen internationalen Allergieausweis bei sich zu tragen. Dies ist bei einem Auslandsaufenthalt besonders wichtig, damit auch Ärzte aus anderen Ländern sofort wissen, worauf Sie allergisch sind und wie Sie behandelt werden müssen. Ohne eventuelle Verständigungsschwierigkeiten kann Ihnen rascher geholfen werden.

Den internationalen Allergieausweis gibt es in unterschiedlichen Versionen. Reden Sie mit Ihrem behandelnden Arzt oder Zentrum darüber, denn nur ein ärztlich ausgestellter Allergieausweis gilt als offizielles Dokument.

Weiterführende Informationen

Medizinischer Experte

Prim.

Dr. Daniel Blagojevic

Dermatologie

Primarius, Ärztl. Leiter Allergieambulatorium Rennweg, Wien

Gesundheitskompass

Quellen