Allergien, die Asthma auslösen

Allergien, die Asthma auslösen: Kind mit Inhalator
Heuschnupfen und Tierhaarallergien können Asthma auslösen. (Zlatan Durakovic - Fotolia.com)
Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters Pollenallergie, Lunge
Juckende Nase, Niesen, rote und tränende Augen - Der Tag der Lunge am 29. März widmet sich unter anderem Allergien, die zu Asthma führen.

Zu diesen Allergien zählen in erster Linie Pollen- und Tierhaarallergien. "Jeder 5. Österreicher ist Allergiker, geschätzte 20 % der Allergiker entwickeln Asthma bronchiale", erklärt Lungenfacharzt Dr. Felix Wantke im Gespräch mit gesund.at. Er hält am Tag der Lunge im Wiener Rathaus einen Vortrag zum Thema "Allergien können Asthma verursachen" Allergien sind die zweithäufigste Erkrankung in Österreich.

Ursache für Entstehung von Asthma durch Allergien unklar

"Der Entstehung von allergischem Asthma vorzubeugen ist schwierig, auch weil die Ursachen für die Entstehung nicht eindeutig geklärt sind", so Dr. Wantke. Die einzige Therapie zur Vorbeugung des sogenannten Etagenwechsels einer Allergie - der Entwicklung von Asthma bronchiale aus einem Heuschnupfen - ist die Spezifische Immuntherapie (SIT). "Wichtig ist auch die Vermeidung von Allergenen, was aber z.B. im Falle von Pollen eher schwierig ist", sagt der Lungenfacharzt Felix Wantke.

Bei Patienten mit allergischem Asthma, führt der Kontakt mit einem Allergen nicht nur zu allergischen Reaktionen wie Niesen, juckenden und geröteten Augen, sondern zu Symptomen von Asthma, wie pfeifendem Atemgeräusch, Husten und Atemnot. "Zusammengefasst kann man sagen, dass der Kontakt mit einem Allergen bei Betroffenen zu Asthma führt." so Wantke.

Allergisches Asthma: Diagnoseschritte

Es ist wichtig Allergien und vor allem auch allergisches Asthma zu diagnostizieren. "Zu Beginn steht die Anamnese, das Gespräch mit dem Patienten, anschließend wird mittels Prick-Test und Blutabnahme das allergieauslösende Allergen ausgetestet. Auch die Lungenfunktion wird überprüft, eventuell wird auch eine Methacholin Testung zur Asthmadiagnose durchgeführt." so Dr. Wantke zu den Diagnoseschritten.

Bei der Therapie von Asthma steht die Symptomkontrolle im Vordergrund. "Betroffene sollen genauso viele Medikamente erhalten, dass sie gerade keine Symptome zeigen, nicht mehr und nicht weniger. Asthma kann genauso wie eine Allergie wieder vergehen, akutes Asthma muss aber behandelt werden."

Unbehandeltes Asthma: Status astmaticus

"Bleibt Asthma unbehandelt kommt es vor allem auf den Schweregrad an. Es kann aber durchaus dramatische Ausmaße annehmen. Die "harmloseste" Auswirkung ist, dass der Patient permanent Beschwerden haben wird, was natürlich auch die Lebensqualität erheblich einschränkt. Es können aber auch schwere Asthmaattacken auftreten, die bis zum 'Status astmaticus' gehen können, das ist das Andauern eines Asthmaanfalls über 24 Stunden, was im schlimmsten Fall auch zum Tod führen könnte. Diese schweren Auswirkungen von Asthma bekommt man aufgrund der guten Behandlungsmöglichkeiten heute allerdings nur sehr selten zu sehen." erklärt Lungenfacharzt Dr. Wantke.

Tag der Lunge

Zum Tag der Lunge am 29. März widmet die Österreichische Lungenunion dem lebenswichtigen Organ einen ganzen Tag im Wiener Rathaus. Zahlreiche Vorträge und Workshops bieten den Besuchern Möglichkeit zur Information. "Es ist wichtig, das Thema Allergie in der Bevölkerung zu verankern, denn sie sind die zweithäufigste Erkrankung in Österreich. Die frühzeitige Diagnose von Allergien und auch von Asthma ist wichtig, nur dann kann eine entsprechende Therapie eingeleitet werden. Denn: optimale Allergie- und Asthmakontrolle sichert Lebensqualität."

Weiterführende Informationen

Medizinischer Experte

Univ. Doz.

Dr. Felix Wantke

Facharzt für Pneumologie, Arzt für Allgemeinmedizin, Leiter des Floridsdorfer Allergiezentrums

Quellen

  • Interview mit Univ-Doz. Dr. Felix Wantke, Facharzt für Pneumologie, Arzt für Allgemeinmedizin, Leiter des Floridsdorfer Allergiezentrums, am 25.03.2014

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