87 % der Österreicher werfen Lebensmittel weg

87 % der Österreicher werfen Lebensmittel weg: Lebensmittel im Müll
Oft werden nicht nur schimmelige und verfaulte Lebensmittel, sondern auch noch genießbare weggeworfen. (Patryssia - Fotolia.com)
Anlässlich zum Welternährungs- und Welthungertag am 16. Und 17. Oktober führte das Marktforschungsinstitut Marketagent.com eine Umfrage zum Umgang mit Lebensmitteln durch. Nur 13 % der Österreicher werfen kein Essen weg.

Trotzdem mittlerweile bekannt ist, dass das Mindesthaltbarkeitsdatum von vielen Lebensmitteln wie Joghurt, Aufstrich, Nudeln oder Mehl bedenkenlos für einige Zeit überschritten werden kann, landet ein Großteil von Österreichs Kühlschrankinhalt im Müll. Laut einer aktuellen Online-Umfrage achten hierzulande nur 13 % darauf, kein Essen wegzuwerfen und alles zu verbrauchen. Gleichzeitig sind mehr als 68 % der Meinung, dass der Welthunger im letzten Jahrzehnt zugenommen hat, wobei 90 % dennoch glauben, dass es genug Nahrungsmittel auf der Welt gibt. Die Befragung spiegelt vor allem die große Unwissenheit über die Situation der Welternährung wieder.

Richtiges Know-How bewahrt vor Verschwendung

Weltweit leiden nach Aussagen des Welternährungsprogramms der Vereinigten Nationen (WFP) 870 Millionen Menschen an Hunger. Das sind 12 % der Weltbevölkerung. Seit 1990 ist die Zahl der Hungernden zwar zurückgegangen, die Medien dürften jedoch ein anderes Bild vermitteln, wie die Umfrage von Marketagent.com bestätigt. 68 % der Teilnehmer glauben, dass mehr Menschen hungern als noch vor 10 Jahren.

Trotz dieser Einstellung haben die Österreicher einen sehr verschwenderischen Umgang mit Lebensmitteln. Nur 13 % werfen nicht regelmäßig Essen in den Müll. Mit gezieltem Einkauf und Rücksichtnahme auf die längere Haltbarkeit gewisser Nahrungsmittel, kann eine ökonomische und ökologische Beziehung mit Nahrung leicht umgesetzt und erlernt werden:

  • Einkaufspläne für einen gewissen Zeitraum: Was wird wann gebraucht?
  • Richtige Kühlschranktemperatur: bei 1 bis 5 Grad Celsius halten Lebensmittel am längsten
  • Gut sortieren: Essen, das weniger lang hält nach vorne schlichten
  • Verwertung: Essensreste aufbrauchen und kleinere Portionen zubereiten
  • Einfrieren: nach Möglichkeit Lebensmittel in die Kühltruhe packen bzw. schlecht gewordenes kompostieren

48 % schätzen ihre Ernährungsweise gesund ein

Zusätzlich zum Thema Welthunger und Umgang mit Nahrungsmitteln wurde bei der Studie auch nach der Einschätzung der eigenen Ernährung gefragt. Gut 44 % bezeichnen ihr Essverhalten als gesund, vor allem Menschen mit höherem Bildungsstatus und Frauen gaben dies im Fragebogen an. Je gebildeter eine Person ist, desto höher ist außerdem auch ihr Obst- und Gemüsekonsum. Über 10 % der Befragten schätzt ihre Ernährungsweise als eher schlecht bzw. ungesund ein.

  • Autor
  • Redaktionelle bearbeitung Elisabeth Mondl
  • Erstellungsdatum

Quellen

  • Umfrage zum Welternährungstag und Welthungertag, Marketagent.com, Baden bei Wien, Oktober 2014

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