Heute schon gestaunt? Verblüffende Fakten zu Muttermilch

Fakten zu Muttermilch: Baby wird gestillt.
Muttermilch enthält Eiweißstoffe, die das Baby schützen und sein noch unreifes Abwehrsystem prägen. (Milupa)
Die Ernährung spielt in den ersten 1000 Tagen eines Menschen eine besondere Rolle für die spätere Gesundheit. In diesem Zusammenhang ist Muttermilch ein wichtiger Faktor. Das ‚Geheimnis ihres Erfolges’ versucht die Wissenschaft bereits seit über 30 Jahren zu entschlüsseln.

Durch jahrelange Forschungsarbeit wurden die Eiweiß- und Fettsäurezusammensetzung in Muttermilch decodiert, ihr Gehalt an Vitaminen, Immunstoffen und darmfreundlichen Prebiotika erkannt und der Einfluss des Stillens auf das spätere Risiko für Übergewicht aufgezeigt. Manche Erkenntnisse lassen aber selbst eingefleischte Muttermilch-Kenner staunen. Hier ein paar gar nicht alltägliche Fakten. 

Fakt 1: Wussten Sie, dass ausschließliches Stillen in den ersten 4 bis 6 Monaten die Häufigkeit von Infektionen im Säuglingsalter um 40 bis 70 % senken kann?*

Beispielsweise wird das Risiko für Infekte der unteren Atemwege bei Säuglingen durch Stillen um bis zu 70 % gesenkt. Weitere Krankheiten, die bei gestillten Kindern seltener auftreten als bei nicht gestillten, sind Mittelohrentzündungen, Magen-Darm-Infektionen, sowie möglicherweise späteres Übergewicht und Typ-2-Diabetes.

Fakt 2: Wussten Sie, dass sich die Zusammensetzung der Milch laufend verändert?

Muttermilch verändert sich sowohl während einer Stillmahlzeit als auch im Laufe der Stillzeit. Dies betrifft insbesondere den Fettgehalt. Am Beginn der Stillmahlzeit wird das Baby zunächst mit fettarmer, kohlenhydratreicher, eher wässriger und daher 'dünner' Vormilch versorgt. Damit wird zunächst der Durst gestillt. Erst danach folgt die gehaltvollere, weil fettreichere 'Hintermilch', die das Baby sättigt.

Fakt 3: Wussten Sie, dass die Zusammensetzung der Muttermilch zum Teil vom Geschlecht des Kindes abhängt?

Buben haben bereits als Säuglinge durch ihr schnelleres und stärkeres Wachstum einen höheren Energiebedarf als Mädchen. Eine Studie konnte zeigen, dass Muttermilch von Müttern eines Buben einen 25 % höhere Kaloriengehalt pro Volumen hatten als die von Müttern eines Mädchens. Der Unterschied lag in der Konzentration von Fett.

Fakt 4: Wussten Sie, dass Muttermilch natürliche Antibiotika enthält?

Muttermilch enthält antibakteriell, entzündungshemmende und immunmodulierende Eiweißstoffe, die das Kind schützen und sein noch unreifes Abwehrsystem prägen. Dadurch wird das Kind im späteren Leben vor immunologisch ausgelösten chronischen Erkrankungen bewahrt. Eine dieser Substanzen ist Lactoferricin. Nun ist es Wissenschaftern der Universität Graz gelungen, dieses körpereigene Eiweißmolekül aus Muttermilch zu isolieren und so zu verändern, dass seine Wirkung noch verstärkt wird.

Fakt 5: Wussten Sie, dass Stillen bei Frauen das Diabetes-Risiko senkt?

Forscher des Instituts für Ernährungsforschung in Potsdam (D) haben herausgefunden, dass längere Stillzeiten neben einem günstigen Einfluss auf das Körpergewicht mit einem höheren Spiegel des Hormons Adiponectin einhergeht, das sich u. a. günstig auf den Zuckerstoffwechsel auswirkt.

Fakt 6: Wussten Sie, dass der Gehalt an Immunzellen in Muttermilch steigt wenn der Säugling krank ist?

Es ist seit Langem bekannt, dass ein Säugling durch das Stillen in den Genuss mütterlicher Abwehrstoffe (z. B. Leukozyten) kommt. So ist er vor Infektionen geschützt. Darüber hinaus fördern diese Immunstoffe die Entwicklung einer gesunden Darmflora. Wissenschafter haben nun herausgefunden, dass Infektionen des Kindes eine Immunantwort bei der Mutter auslösen können, ohne dass sie selbst erkrankt. Der Mechanismus dahinter ist noch nicht geklärt. Es wird jedoch angenommen, dass es in Trinkpausen zu einem Übertritt von Keimen aus dem kindlichen Speichel in die Brust kommt. Dadurch wird insbesondere die Leukozytenproduktion in der Mutterbrust angeregt.

Fakt 7: Wussten Sie, dass die Zusammensetzung der Kohlenhydrate in der Muttermilch von der Blutgruppe der Mutter abhängig ist?

Langkettige Kohlenhydrate (Oligosaccharide) sind der drittgrößte gelöste Bestandteil der Muttermilch. Sie fördern aufgrund ihrer bifidogenen Wirkung eine gesunde Darmflora beim Säugling und schützen ihn vor Krankheitserregern. Forscher haben nun herausgefunden, dass Muttermilch in Abhängigkeit von bestimmten Faktoren (Lewis-Faktoren) im mütterlichen Blut unterschiedliche Oligosaccharide enthält. Den genauen Mechanismus dahinter und der welchen Effekt dies zum Schutz des Babys ausübt, gilt es nun genauer unter die wissenschaftliche Lupe zu nehmen.

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