5 Tipps für ein gesundes Ego

Gesunder Egoismus
Egoismus ist notwendig um sich und seine Interessen zu definieren, zuviel davon nervt die Umgebung. (pathdoc - Fotolia.com)

Was ist Egoismus eigentlich und wie viel davon ist gesund? Wenn ich nicht an mich denke und für mich sorge, wer tut es dann? fragen sich viele. Andere fühlen sich schlecht, wenn sie ihre Interessen in den Vordergrund stellen oder sehen sich nur von Egoisten umzingelt.

Aber könnten wir ohne Egoismus überhaupt gesund leben? Wie viel Egoismus tut gut, wie ist es möglich, die richtige Balance zwischen sozialem Engagement und Ego zu finden - die folgenden 5 Tipps sollen helfen ein gesundes Maß zu finden.

Egoismus oder Egomanie

Egoismus wörtlich übersetzt heißt Eigeninteresse. Oft wird das Wort fälschlicher Weise auch für Egomanie, der krankhaften Selbstzentriertheit verwendet. Manchmal verschwimmen auch die Grenzen. Der Druck von außen und innen an die eigenen Erwartungen und Anforderungen ist oft ganz enorm. Doch wenn wir sehr unter Druck stehen, ist es besonders schwer zu erkennen, welche Möglichkeiten wir haben und wer wir eigentlich sind. Oft werden ureigene Wünsche und Bedürfnisse gar nicht mehr wahrgenommen, dabei machen sie unsere Individualität und damit auch unsere Anziehungskraft aus.

Um das eigene Leben auf eine gesunde Basis zu stellen, die dauerhaft gesund und glücklich macht und unsere Eigeninteressen - also unseren Egoismus - berücksichtigt, ist es unerlässlich, sich selbst und die eigenen Gestaltungsspielräume zu kennen.

Die Kunst des gesunden Egoismus

Ohne eine "gesunde Portion" Egoismus kommt man nicht weit. Es gibt kein Patentrezept, das für alle gilt, Egoismus  hat viele Facetten, wie die folgenden 5 Anregungen zeigen:

Tipp 1: Bedürfnisse erkennen

Wer die eigenen Interessen leben möchte, sollte sich Zeit nehmen, ihnen auf die Spur zu kommen. Wie viel Zeit nehmen Sie sich um zu erkennen, was Ihnen gut tut? Wie gut kennen Sie Ihre Bedürfnisse, ihre Wünsche und Träume? Folgende Fragen können dabei helfen, den persönlichen Bedürfnissen auf die Spur zu kommen:

  • Wann waren Sie das letzte Mal ganz in eine angenehme Tätigkeit vertieft, sodass Sie die Zeit vergessen haben?
  • Haben Sie schon mal gegen Ihr Bauchgefühl gehandelt?
  • Wenn Sie ab morgen spontan 3 freie Wochen Zeit geschenkt bekommen und Geld keine Rolle spielt, was tun Sie? Und warum?

Tipp 2: Keiner ist perfekt

Sich selbst mit allen Stärken und Schwächen zu akzeptieren erfordert eine ehrliche Bestandsaufnahme:

  • Wann ist etwas schwierig? Und warum?
  • Was können Sie besonders gut?
  • Und was können Sie, obwohl Sie denken, dass Sie es nicht können?

Tipp 3: Verantwortung für eigenes Handeln übernehmen

Oft erzählen Menschen, wer aller an ihrem unbefriedigenden Zustand schuld ist. Die Kindheit, der Chef, die (Ex-) Partnerin, der Nachbar. Ist das wirklich so? Oder spielen wir vielleicht selbst in aktiver Rolle mit:

  • Wer könnte für Ihr Leben die Verantwortung übernehmen?
  • Gibt es etwas, was Sie stört in Ihrem Leben?
  • Wann werden Sie es ändern?

Tipp 4: Soziale Verbundenheit

Der Mensch ist von seiner Natur her gerne Teil einer "Sippe". Wir möchten mit anderen Menschen in wohltuendem Maße verbunden sein und unsere eigenen Bedürfnisse leben können:

  • In welcher Situation haben Sie sich das letzte Mal mit anderen Menschen richtig wohl gefühlt?
  • Welche wohltuenden Gefühle hatten Sie da und wie können Sie andere Menschen dazu einladen, um mehr davon bekommen?
  • Wessen Meinung stellen Sie über Ihre eigene? Und warum?

Tipp 5: Wertschätzend kommunizieren

Wie gelingt es, die eigenen Bedürfnisse und auch Ziele wertschätzend zu kommunizieren? Die Kommunikation ist immer ein wichtiger Schlüsselfaktor. Unterstützend ist es, wenn Sie klare Ich-Botschaften senden, andere keinesfalls bewerten und zuhören können.

  • In welcher Situation führe ich gerne Gespräche?
  • Zu welchen Gelegenheiten habe ich mich von meinem Gegenüber wirklich verstanden gefühlt?
  • Kann man irgendetwas auf dieser Welt wirklich rückgängig machen?

Wer sich selbst besser kennen lernt und seine eigenen Bedürfnisse wahrnimmt, kann dafür die Verantwortung übernehmen, dass diese auch ihren Platz bekommen. Ganz ohne Egomanie, aber mit gesundem Egoismus.

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Quellen

  • Das Geheimnis starker Menschen, M. Gruhl, Kreuz, Erstausgabe, Freiburg i.B., 2011
  • Die Kunst einen Drachen zu reiten, B. Moestl, Knaur, München, 2009
  • Beziehungsweise, V. Dittmar, Edition Est, 1. Auflage, München, 2015
  • Macht was ihr liebt! A. Förster&P. Kreuz, Pantheon, 1. Auflage, München, 2015
  • Praktische Selbst-Empathie, G. R. Fritsch, Junfermann, 4. Auflage, Paderborn, 2008

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