5 Fragen zur Aromatherapie

Düfte werden auf verschiedenste Arten und Weisen eingesetzt, um für umfassendes Wohlbefinden zu sorgen. (piprod / Fotolia)

Ätherische Öle können viele körperliche und psychische Beschwerden lindern. Dr. Wolfgang Steflitsch, Facharzt für Lungenheilkunde, beantwortet für gesund.at 5 Fragen rund um die Aromatherapie.

Aromatische Duftstoffe können die Gesundheit fördern, Selbstheilungskräfte aktivieren und bei verschiedensten Beschwerden – von Schlafstörungen über Hauterkrankungen bis hin zu Gelenksbeschwerden – Linderung verschaffen. Die richtige Anwendung der ätherischen Öle will aber gelernt sein und muss im Rahmen der Medizinischen Aromatherapie von einem Arzt oder einer Ärztin begleitet werden. Dr. Steflitsch beantwortet nachfolgend 5 Fragen zur Aromatherapie.

Ich habe nach einem Bad mit ätherischen Ölen einen Ausschlag bekommen. Ist das gefährlich?

Dr. Wolfgang Steflitsch: Zuerst bitte einen Verträglichkeitstest machen. Das heißt 2 Tropfen dieses ätherischen Öls in 5 bis 10 ml eines natürlichen fetten Pflanzenöls, zum Beispiel Olivenöl oder Mandelöl, und auf der Innenseite des Unterarms eine kleine Menge auftragen. Beobachten Sie die Reaktion für 48 Stunden. Es kann sich innerhalb weniger Minuten eine allergische Frühreaktion oder nach 24 bis 48 Stunden eine allergische Spätreaktion bilden, also eine Rötung mit Juckreiz, die sich in der Regel selbst wieder zurückbildet. Dann sollte dieses ätherische Öl nicht mehr verwendet werden. Es ist aber auch zu beachten, dass das verwendete ätherische Öl einfach zu alt und/oder zu stark oxidiert sein kann. Dann wäre der Ausschlag eine Unverträglichkeitsreaktion auf Öl aus diesem Fläschchen. Es könnte aber auch zu wenig Emulgator verwendet worden sein. Bei einem Vollbad müssen die 5 bis 8 Tropfen ätherisches Öl zuerst in einem Emulgator gelöst werden, zum Beispiel Sahne, Honig oder Meersalz, und dann in das Badewasser gemischt. Sonst schwimmt das ätherische Öl in zu hoher Konzentration auf der Wasseroberfläche und kann die Haut reizen.

Können ätherische Öle meine Kreislauf-Beschwerden mildern?

Es gibt ätherische Öle, die wirkungsvoll bei arterieller Hypotonie oder bei arterieller Hypertonie eingesetzt werden können. Bei Bluthochdruck zum Beispiel Melisse, Narde, Lavendel oder Ylang Ylang. Weitere Beratung gibt ein fachkundiger Arzt.

Was passiert, wenn ich zu viel des ätherischen Öls einatme?

Kleinkinder können bei zu intensivem Kontakt mit ätherischen Ölen Atemprobleme bekommen. Bei Erwachsenen können Hustenreiz oder Kopfschmerzen ausgelöst werden, meist ist es ohne gesundheitliche Folgen einfach nur unangenehm.

Darf ich die Behandlung mit ätherischen Ölen auch mit Medikamenten aus der Apotheke kombinieren?

Die üblichen Anwendungsarten stellen für gewöhnlich kein Problem dar. Bei oraler Einnahme von ätherischen Ölen sollten alle betreuenden Ärzte informiert werden. Auch bei anderen Anwendungen von ätherischen Ölen oder anderen komplementärmedizinischen Methoden sollten die betreuenden Ärzte in Kenntnis gesetzt werden.

Wie lange soll ich die aromatherapeutische Behandlung weiterführen?

Die Dauer einer aromatherapeutischen Behandlung hängt im Wesentlichen von der Art der Krankheit und von der Effektivität und Verträglichkeit der Aromatherapie ab – und von Ihrer persönlichen Vorliebe für Aromatherapie. Bitte lassen Sie sich fachkundig beraten.

Medizinischer Experte

Dr. Wolfgang Steflitsch

Lungenfacharzt im Otto-Wagner-Spital, Wien, und Wahlarzt für Lungenheilkunde

Ärztlicher Leiter Diversity Care Wien & Vize-Präsident der Österreichischen Gesellschaft für wissenschaftliche Aromatherapie und Aromapflege (ÖGwA)

Gesundheitskompass Website

Quellen

  • Interview mit Dr. Wolfgang Steflitsch

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